Gold: Was war das denn?

Es war ein Schock für die Gold-Bullen, der da gestern vom US-Markt kam. Aus dem Nichts fiel die Notierung für die Feinunze des Edelmetalls aus dem Bereich um 1.743 Dollar auf bis zu 1.706 Dollar. Bereits in den Tagen zuvor hatte sich die vorherige Aufwärtsbewegung etwas "totgelaufen", der Preis konnte sich aber oberhalb einer Unterstützung bei 1.736/1.739 Dollar halten. Gestern dann der Einbruch und auch wenn sich der Feinunzenpreis zwischenzeitlich erholt hat, am Mittwochmorgen liegt Gold knapp unter 1.725 Dollar, ist die Verunsicherung am Markt über die Hintergründe des plötzlichen Kurssturzes noch immer zu spüren. Dies gilt auch für andere Rohstoffe, die der Goldpreis mit in die Tiefe gerissen hatte, zum Beispiel die Silberunze.

Zunächst war angesichts außergewöhnlicher Handelsvolumina an der Terminbörse über "fat fingers" spekuliert worden. Das wenig vorteilhaft klingende Synonym steht für einen Eingabefehler bei einer Ordererteilung. Derartige Fehltrades kommen bisweilen vor und haben immer wieder für erratische und unerklärbare Kurskapriolen gesorgt. Der Markt wäre wahrscheinlich beruhigt gewesen, wenn der Kursrutsch hiermit hätte erklärt werden können. Doch diesen Gefallen konnten die Börsenbetreiber den Anlegern nicht machen. Laut Aussage der US-Terminbörse CME sei der größte Tagesverlust für den Goldpreis seit langem nicht auf "fat fingers" zurückzuführen.

Aus Asien sind am Morgen gemischte Töne zu hören. Laut Händlern in Singapur, so berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, wird der gestrige Selloff langsam aber sicher als starke Korrektur abgehakt, die keinen größeren Hintergrund hat. Allerdings sollen sich Marktteilnehmer enttäuscht zur aktuellen physischen Goldnachfrage äußern. Angesichts der wichtigen laufenden Saison vieler Festivitäten in Asien, bei denen traditionell viel Gold verschenkt wird, ist dies einerseits nicht unbedingt eine positive Nachricht. Andererseits überrascht die Entwicklung nicht total, denn die Goldnachfrage in Asien, insbesondere in China und Indien, ist stark vom Einkommen geprägt. Nachlassende Wachstumsraten in China sind ein Grund der Zurückhaltung. Doch in China gibt es deutliche Zeichen, dass die Konjunktur wieder an Schwung gewinnen wird – das wird sich dann positiv auf die physische Goldnachfrage auswirken.

Bleibt ein Blick auf die Charttechnik des Goldpreises, die gestern zweifellos gelitten hat. Der Rutsch zurück unter 1.736/1.739 Dollar ist ein Rückschlag für die Feinunze, der einen möglichen Angriff auf die 1.800er-Marke zunächst verschoben hat. Bei 1.736/1.739 Dollar und um 1.750/1.760 Dollar befinden sich die nächsten charttechnischen Widerstandsbereiche für die Feinunze des beliebten Edelmetalls. Massive Unterstützung dagegen hat Gold gerade erst wieder an einer breiten Unterstützung oberhalb von 1.698 Dollar gefunden, die nach oben bis 1.706 Dollar reicht.

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