Regelmäßig blicke ich auch auf die Übernahmeaktivitäten in der Rohstoffbranche. Das ist immer wieder ein guter Indikator für den Zustand der Branche. Dabei ist der M&A Report für die Minenindustrie von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young immer wieder eine gute Datenbasis. Jetzt ist der Bericht zu den ersten neun Monaten 2012 erschienen.

Das Gesamtvolumen der Übernahmen und Fusionen hat im Vergleich zum Vorjahr um 16% auf nur noch 684 abgenommen. Beim aufgewendeten Kapital ist der Rückgang mit 43% auf rund 76,8 Mrd. Dollar sogar noch deutlich heftiger ausgefallen.

Das Durchschnittsvolumen der Deals sank um 31% auf nur noch 112 Mio. Dollar. Diese Zahl sagt allerdings auch relativ wenig aus – denn ein großer Deal kann hier die Basis schon extrem verzerren.

Die Ernst & Young Experten haben trotz des geringeren Volumens einen interessanten Trend entdeckt: So bewerten viele große Minenkonzerne ihre Portfolios und trennen sich daher von Randgeschäftsfeldern.

Die Konzentration auf die Hauptgeschäftsfelder wird sich laut Ernst & Young auch noch im kommenden Jahr weiter fortsetzen.

Bei der Zahl der Megadeals – damit sind Transaktionen von mehr als 1 Mrd. Dollar gemeint – ist der Rückgang nicht so groß: Nach 24 im vergangenen Jahr hat es 2012 in den ersten neuen Monaten immerhin schon 21 gegeben.

Ein weiterer klarer Trend ist die Internationalisierung der Deals: Während 2010 nur 51% über Ländergrenzen gingen, waren es 2011 schon 61%: In diesem Jahr ist der Anteil erneut auf nunmehr 65% angestiegen. Interessant: Kohle ist vom Transaktionsvolumen her der wichtigste Rohstoff

Regional steht beim Volumen der asiatisch-pazifische Raum klar an der Spitze. Bei den Rohstoffen ergibt sich eine klare Überraschung: Mit einem Gesamtvolumen von 14,5 Mrd. Dollar nehmen Deals aus der Kohle-Branche den ersten Rang in diesem Jahr ein.

Hierzu merken die Erbst & Young-Experten an: Mittlerweile treten auch Versorger als Käufer von Kohlefirmen am Markt auf. Diese Deals dienen dem Ziel, die Versorgung mit Kohle für die Betreiber entsprechender Kraftwerke sicherzustellen.

Auf dem zweiten Rang der Rohstoffe folgt Kupfer mit einem Volumen von 12,5 Mrd. Dollar. Hier stützen laut des Berichts die starken Fundamentaldaten und der harte Wettbewerb die Aktivitäten.

Danach folgt in der Statistik schon Gold mit einem Gesamtvolumen von rund 9 Mrd. Dollar. Bei der Anzahl der Deals nimmt Gold aber mit 227 ganz klar den Spitzenplatz ein. Damit fanden in diesem Jahr ein Drittel aller Deals rund um das Thema Gold statt.

Auch an dieser Stelle standen die Gold-Deals im Fokus. Zuletzt gab es hier noch den erfolgreichen Übernahmeversuch von Argonaut Gold bei Prodigy Gold. Allein dieser Deal hatte einen Wert von mehr als 400 Mio. Dollar.