Kolumne von Heiko Böhmer

Goldmarkt: Achten Sie auf die Notenbanken

Der hohe Goldpreis sorgt für eine leicht sinkende Nachfrage. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dem aktuellen Quartalsbericht zum Goldmarkt vom World Gold Council.

Im Vergleich zum dritten Quartal 2011 ist so die gesamte Goldnachfrage um 11% auf nur noch 1.084,6 Tonnen gesunken. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres beträgt die Nachfrage 3.185 Tonnen. Das entspricht nur 70% der gesamten nachfrage 2011.

Sie sehen: Bei einem deutlich gestiegenen Durchschnittspreis lässt doch das Interesse an Gold etwas nach. Erstaunlich ist dabei aber die Entwicklung am Schmuckmarkt:

Hier fällt der Rückgang mit 2% deutlich niedriger aus als für den Gesamtmarkt. Gold ist eben immer noch das wichtigste Schmuckmetall und macht mit knapp 24 Mrd. Dollar auch den wichtigsten Goldsektor aus.

Weitere wichtige Akteure auf dem Goldmarkt sind schon seit geraumer Zeit die Notenbanken: Zur Absicherung der eigenen Reserven treten jedoch die Währungshüter weiterhin verstärkt als Käufer auf und eben nicht als Verkäufer.

Das ist ein klares Signal. So hat die brasilianische Notenbank im abgelaufenen Quartal 1,7 Tonnen Gold gekauft.

Das ist für eine Notenbank kein großer Kauf – vor allem auch bei dem gesamten Quartalsvolumen von knapp 98 Tonnen. Doch Brasilien ist jetzt erstmals wieder seit Juni 2005 als Käufer auf dem Goldmarkt aktiv gewesen.

Noch drastischer fielen die Zukäufe in Südkorea aus: Mit dem Kauf von 16 Tonnen im Juli hat die dortige Notenbank die eigenen Reserven um knapp 30% vergrößert. Nach eigenen Angaben hat die südkoreanische Notenbank "die günstigen Marktbedingungen ausgenutzt" für den Kauf.

Und schon jetzt hat sich dieser Kauf ausgezahlt: Im Juli kostete die Feinunze Gold im Schnitt etwas weniger als 1.600 Dollar. Da liegen wir aktuell mit 1.730 Dollar schon wieder deutlich darüber. Im Durchschnitt kostete die Feinunze im 3. Quartal im Übrigen 1.652 Dollar.

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen minimalen Rückgang um 3%. 2011 war aber auch ein Rekordquartal, denn im September markierte der Goldpreis mit knapp 1.920 Dollar pro Feinunze auch das bisherige Rekordhoch. Das größte Potenzial für Notenbankkäufe gibt es in Asien

Meiner Ansicht nach könnte das südkoreanische Beispiel schon bald Schule machen: Noch haben Länder wie China, Japan oder auch Taiwan nur sehr geringe Anteile der Reserven in Gold angelegt.

Selbst Südkorea bringt es nach dem großen Zukauf nur auf einen Anteil von 1%. China hält zwar aktuell schon rund 1.000 Tonnen Gold. Doch diese riesige Menge macht nur 2% der Reserven aus.

Sollte China allein nur den Anteil auf 4% verdoppeln, entstünde eine Nachfrage von 1.000 Tonnen. Das entspricht wiederum der Menge Gold, die weltweit in einem Quartal gehandelt wird- ob nun als Schmuck, Barren oder Münze.

Sollte sich also die Euro-Krise im kommenden Jahr wieder verschärfen, rechne ich wieder mit weiteren starken Zukäufen von Notenbanken.

Genauso war es auch im 3. Quartal 2011: Damals sprang das Volumen der Zukäufe in wenigen Monaten um 112% an und der Goldpreis erreichte ein neues Rekordhoch.

Aber wie sieht es denn mit dem Angebot aus? Auch hierzu gibt der Bericht des World Gold Council Auskunft. Details dazu erfahren Sie morgen an dieser Stelle.

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