In Indien sind die gerade laufenden Tage des Lichterfestes zugleich die Hochtage für Juweliere und Goldhändler. Es gibt kaum Zeiten, in denen auf dem Subkontinent mehr Gold gekauft wird, in diesen Tagen werden die Weichen für den Jahreskonsum gestellt. Doch Beobachter stellen in Indien in diesem Jahr eine Zweiteilung fest. In der Stadt kann es zu neuen Rekorden kommen, auf dem Land halten sich die Käufer hingegen zurück.

Normalerweise wird das meiste Gold auf dem Land erworben, das Verhältnis Land zu Stadt liegt bei 70 zu 30. Doch der hohe Goldpreis schreckt die Landbevölkerung ab. Er hat in Indien innerhalb von zwölf Monaten um rund 20 Prozent zugelegt. Das ist zu viel für manchen Dorfbewohner. Zudem war der Monsun in diesem Jahr nicht sonderlich gut, was viele Käufe vor allem landwirtschaftlich geprägter Bevölkerungsgruppen verhindert. Viele Händler setzen jedoch darauf, dass die nun beginnende Hochzeitssaison in den Dörfern die Bilanzen noch aufhellen wird.

Beobachtet wird zudem, dass nicht mehr Schmuck den Großteil der Käufe ausmacht: Barren, Münzen und auch ETFs sind stärker gefragt. In dieser Festivalsaison könnten die Münzen dem Schmuck sogar den Rang ablaufen.

Während die Landbevölkerung nicht in Kauflaune ist, sieht das in den großen Städten ganz anders aus. Hier liegt die Nachfrage teils um 30 Prozent über dem Vorjahr. Nach Angaben der Bombay Bullion Association sind in den vergangenen Tagen 6.500 Kilogramm Gold verkauft worden, im Vorjahr waren es 6.000 Kilogramm. Die Metropole Mumbai meldet Rekordwerte, 500 Kilo sind es bisher. Experten rechnen bis zum Ende der Festivalszeit mit einem Plus von bis zu 30 Prozent im Vergleich zu 2011. Ob das reicht, um die bisher enttäuschenden Goldverkäufe in 2012 noch auf Vorjahreshöhe zu bringen, ist aber ungewiss.