Kolumne von Ingrid Heinritzi

China öffnet die Wundertüte

Im Oktober fielen Chinas Exportzahlen höher als erwartet aus. Chinas Einfuhren hingegen blieben auf geringem Niveau. Doch das Wachstumstal scheint durchschritten. Rohstoff-Fans können jubeln.

11,6 Prozent stieg Chinas Export im Oktober gegnüber dem Vorjahr an. Der Handelsüberschuss ist umgerechnet von 28 auf 32 Milliarden US-Dollar angestiegen. Wichtig wäre eine Stabilisierung des Wachstumes im Land der Mitte. Das scheint auch so. Denn bei Chinas Wirtschaftsabschwächung sollte jetzt eine Beruhigung eingetreten sein. Die Handelszahlen für September und Oktober zeigen dies an. Sie lassen auch den Schluss zu, dass in den kommenden Monaten von Wachstumszahlen im oberen einstelligen Bereich ausgegangen werden kann. Das um so mehr, da die neue chinesiche Führung sicherlich einen gelungenen Einstand feiern will.

Chinas Rohstoff-Importe waren im Oktober aber noch uneinheitlich. Die Rohöl-Importe insgesamt stiegen um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. Damit wurden wieder Mengen, wie bereits im ersten Halbjahre 2012, erreicht. Mit dem Beginn neuer Raffinerie-Kapazitäten gingen vermehrte Rohöleinfuhren einher.

Im Oktober blieb China Netto-Importeur von Raffinerie-Produkten, in diesem Bereich war ein Anstieg von 8 Prozent zu verzeichnen. Signifikante neue Raffinerie-Kapazitäten werden sich voraussichtlich im vierten Quartal 2012 und im ersten Quartal 2013 auswirken. Sollte die Nachfrage Chinas nicht so stark wie erwartet ausfallen, so sollten die Exporte ansteigen und möglicherweise auf die Weltmarktpreise drücken. Sofern die Rohölpreise konstant blieben, würde dies auch bremsend auf die Inflationszahlen wirken.

Die Netto-Rohöl- und Produktexporte stiegen im Oktober um 12 Prozent im Vergleich zum Oktober 2011 an. Chinas Ölnachfrage ist insgesamt um 7 Prozent angestiegen.

Beim Kupfer (Rohform und Produkte) rutschten die Importe um 18 Prozent im Vorjahresvergleich nach unten und erreichten damit den niedrigsten Stand in 2012.

Versorgungsprobleme in Chile – dem Land, das für 40 Prozent der chinesischen Kupferimporte verantwortlich ist – dürften den Einbruch verschärft haben. Bei den Einfuhren von Kupferschrott ist ein saisonal bedingter Rückgang von 3 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt dürfte der niedrigere Kupferimport daran liegen, dass in China selbst deutlich mehr Kupfer produziert wurde.

Insgesamt deuten die Handels- und Verbrauchszahlen darauf hin, dass China sein Wachstum stabilisiert hat. Der Abwärtstrend bei der Wachstumsdynamik ist somit beendet. Kann zudem die Inflation im Zaun gehalten werden, dann kann die neue Regierungsspitze in Peking sogar weitere geldpolitische Lockerungen durchführen oder zumindest Konjunkturprogramme auflegen oder weiter verfolgen.

Für die Rohstoffnachfrage ist dies eine gute Basis. Daher kann davon ausgegangen werden, dass auch die Preise für die meisten Industriemetalle, insbesondere Kupfer, einen Boden gefunden haben dürften. Und mit dem weiter expandierenden Wohlstand in China wird auch die Nachfrage nach Gold weiter ansteigen. Sollte sich im späteren Verlauf herausstellen, dass die Inflation doch wieder anziehen wird, dann gäbe das nur noch mehr Impulse für Gold. China wird uns also als Treiber der Rohstoffe erhalten bleiben – und dies auf noch sehr lange Zeit.

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