Kolumne von Björn Junker

CEO-Interview: Altona Mining - Kupferprojekt Roseby könnte Ende 2014 / Anfang 2015 in Produktion gehen

Ein sehr interessantes Interview hat Dr. Alistair Cowden, Managing Director des Kupferproduzenten Altona Mining (WKN A1C15Y) dem australischen Newsletter "Resources Rising" gegeben. Wir haben uns erlaubt, unseren Lesern zur Information eine deutsche Übersetzung anzufertigen.

Resources Rising: Altona Mining ist ein neuer Kupferproduzent von seiner Untertagemine in Finnland. Wann wurde die Kupferproduktion aufgenommen und wann rechnen Sie damit, dass die Anlage mit voller Kapazität läuft?

Alistair Cowden: Mine und Anlage erreichten bereits im September die Vollproduktion. Die Produktion erfolgt derzeit noch aus einer Kombination der Erze aus Entwicklungsarbeiten und des geplanten Abbaus. Im September konnten wir erfolgreich den gesamten Erzabbauzyklus hochfahren. Die Produktion aus den Entwicklungsarbeiten begann im Februar und das Volumen stieg erst im Mai / Juni als der planmäßige Erzabbau begann.

RR: Altonas Kupferproduktion stammt aus einer Untertagemine im Outokumpu-Gebiet, das über eine 100-jährige Bergbaugeschichte verfügt. Bauen Sie Erz von einer komplett neuen Lagerstätte ab oder greifen Sie auf Erz zu, das in der Nähe von bereits abgebauten Lagerstätten liegt?

AC: Bei Kylylahti handelt es sich um eine ganz neue Mine. Die Entwicklung begann Ende 2010 und ist nun bis in eine Tiefe von rund 400 Metern unter der Oberfläche vorgedrungen.

RR: Wie hoch sind die aktuellen Ressourcen und Reserven und wie lang die geschätzte Lebensdauer der Mine für das Outokumpu-Projekt?

AC: Die Ressourcen von Kylylahti und anderer Lagerstätten, die Altona in Finnland besitzt, liegen insgesamt bei rund 17,8 Mio. Tonnen Erz mit Kupfer, Gold und Zink. Bei einer Produktion von 550.000 Tonnen pro Jahr verfügt Kylylahti über ein Minenleben von fast acht Jahren. 2013 werden wir Ausdehnungen der Kylylahti-Mine in die Tiefe erbohren. Einer der bisherigen, besseren tiefen Vererzungsabschnitte war 82 Meter lang mit einem Kupfergehalt von 2,85%. Angesichts der großen Ressourcenbasis werden wir aber auch das Potenzial auf eine Ausweitung der Produktion prüfen.

RR: Wenn wir richtig informiert sind, wird das Erz derzeit mit dem LKW die 43 Kilometer bis zur Verarbeitungsanlage gefahren. Welche Herausforderungen stellen sich im harten finnischen Winter?

AC: Ich beantworte Fragen dieser Art in der Regel damit, dass ich darauf hinweise, dass die meisten Menschen weltweit, sich fragen dürften, wie ein Minenbetrieb die harte Regensaison in Queensland übersteht! Der finnische Winter ist nicht hart, wenn man ihn mit dem vergleicht, was zum Beispiel BHP und Rio (Tinto, Anm.d.Red.) im Norden Kanadas erfahren. Finnland ist ein Land der ersten Welt mit einer besseren Infrastruktur als Australien und die Branche fährt ihre Trucks und arbeitet seit Jahrzehnten das ganze Jahr über. Den Finnen macht der Winter kaum Probleme und über Schnee freuen sie sich.

RR: Im Erz, das Sie auf Outokumpu abbauen, finden sich neben Kupfer auch Nickel, Kobalt, Zink und Gold. Welchen Anteil jedes dieser Metalle gewinnen Sie in ihrer Anlage und was sind die technischen Herausforderungen bei der Maximierung der Gewinnung für jedes dieser Metalle?

AC: Das Erz auf Outokumpu ist polymetallisch und die dafür benötigten Fähigkeiten, die sich in den vergangenen 100 Jahren entwickelt haben, haben dazu geführt, dass finnische Unternehmen wie beispielsweise Outotec global führend bei Verarbeitungstechnologie und Ausrüstung geworden sind. Die Beschaffenheit unseres Erzes ist gut verstanden und wir folgen einem ähnlichen Prozess wie Outokumpu als sie 80 Jahre lang in der Region produzierten.

Wir produzieren ein übliches Kupfer- und Goldkonzentrat, dass 96% unserer Umsätze generiert, während das Zinkkonzentrat, das wir herstellen, nur einen geringen Anteil am Umsatz hat. Wir produzieren und lagern zudem ein sulfidisches Konzentrat mit geringen Metallkonzentrationen, das vielleicht für seinen Schwefelgehalt verkauft werden kann. Zudem lagern wir auch ein Kobalt- und Nickelkonzentrat mit niedrigen Gehalten ein. Dieses Kobalt- und Nickelkonzentrat ist ein wertvolles Produkt und jetzt, da das Projekt gebaut ist und der Betrieb läuft, konzentrieren wir uns darauf, den Wert dieses Produkts für uns zu gewinnen.

RR: Wie hoch ist die Körperschaftssteuer und welche Royalties müssen Sie in Finnland zahlen?

AC: In Finnland gibt es keine Royalties und die Körperschaftssteuer liegt bei 26%. Die Kostenstruktur in Finnland ist erheblich günstiger als in Australien. Leider ist es meiner Ansicht nach so, dass Australien und Queensland im Vergleich mit anderen Regionen in Bezug auf diese Punkte nur selten positiv abschneiden.

RR: Altona verfügt über ein zweites, großes Kupferprojekt in Roseby, rund 65 Kilometer nördlich von Cloncurry in Queensland. Wie groß ist diese Ressource und wann erwarten Sie, dass dort die Kupferproduktion beginnt?

AC: Die Gesamtressource liegt bei 260 Mio. Tonnen bei 0,58% Kupfer und 0,05 Gramm Gold pro Tonne. Das sind 1,52 Mio. Tonnen enthaltenes Kupfer und 0,38 Mio. enthaltene Unzen Gold. Unsere aktuellen Planungen unterliegen verschiedenen kommerziellen Diskussionen, doch der früheste mögliche Termin für den Produktionsbeginn wäre wohl Ende 2014 / Anfang 2015.

RR: Altona zielt auf eine Vervierfachung der Roseby-Ressource ab. Wie glauben Sie ist das zu erreichen?

AC: Ich bin nicht sicher, dass wir uns so geäußert haben, da wir seit der Gründung von Altona die Ressource bereits von 0,9 auf nun 1,52 Mio. Tonnen enthaltenes Kupfer gesteigert haben. Wir haben allerdings gesagt, dass wir damit rechnen, die Ressourcen auf mehr als 2 Mio. Tonnen enthaltenes Kupfer steigern zu können. Ein Großteil des bisherigen Wachstums erfolgte über die Ausdehnung bekannter Ressourcen.

Kürzlich haben wir aber auf Turkey Creek eine neue Entdeckung gemacht, die das exzellente Potenzial auf neue Funde demonstriert. Wir haben viele ähnliche Ziele und die noch nicht weit fortgeschrittene Exploration, das Vorhandensein der sehr großen Kupferlagerstätten auf Roseby, das Weltklassezinkprojekt Dugald in einem Ausschnitt unseres Landpakets sowie die benachbarte Uranmine Mary Kathleen deuten darauf hin, dass es sich hier um ein gewaltiges Vererzungsfeld handelt. Um das Potenzial zu realisieren benötigt es nur intelligente Exploration und das Geld, um diese zu bezahlen.

RR: Xstrata hatte eine Option auf den Kauf von 5% von Roseby, die am 30. Juni auslief. Wie ist der Status hier?

AC: Nach ersten Verhandlungen haben wir einen unabhängigen Bewertungsexperten eingesetzt, der den fairen Marktwert für die 51%-ige Beteiligung bestimmen soll. Sobald dieser Preis festgelegt ist, hat Xstrata 28 Tage, um zu entscheiden, ob sie die Option zu diesem Preis ziehen wollen.

RR: Über Outokumpu und Roseby hinaus, worauf wird sich Altona als nächstes konzentrieren?

AC: Wenn es uns gelingt, auf zwei verschiedenen Kontinenten jeweils eine Mine in Betrieb zu nehmen, ist allein das schon eine gewaltige Leistung. Wir bevorzugen Jurisdiktionen mit niedrigen Kosten und Risiken in Ländern wie Finnland und Projekte, die ein Erzfeld kontrollieren wie Outokumpu oder Roseby. Wenn wir in der Lage sind, über unsere bestehenden Projekte hinaus zu wachsen, werden diese Faktoren unsere Strategie bestimmen.

RR: Danke für Ihre Zeit, Alistair.


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