Palladium, das silberweiß glänzende Metall dient als Katalysator, wird vorwiegend in der Industrie, in der Elektronik, im Schmuckbereich und auch in Brennstoffzellen verwendet.

"Das günstige Platin", wie Palladium auch bezeichnet wird, fällt heute meist als Nebenprodukt bei der Kupfer- und Nickelgewinnung an. Die natürlichen Vorkommen in Australien, Amerika und Äthiopien sind fast gänzlich ausgebeutet. Denn der Bedarf an dem edlem Metall war in den letzten Jahren enorm.

Ein Handel mit Palladium findet am London Buillon Market und an der New York Mercantile Exchange statt. Eine Unze Palladium kostete 1996 etwa 100 US-Dollar, am 26.01.2001 waren es rund 1100 US-Dollar, bedingt durch Panikkäufe. Dann ging der Preis in den folgenden Jahren nach unten.

Der Preis für Palladium erreichte im September ein Hoch, ist aber inzwischen wieder nach unten gegangen. Aktuell liegt der Preis für eine Unze bei zirka 619 US-Dollar. Dennoch ist es beachtenswert, dass Palladium den Preis von vor der Finanzkrise erreicht hat, auch schon deutlich darüber notierte, während Platin dem früheren Preis immer noch um rund 30 Prozent hinterherhinkt.

Da das Metall besonders für den Bau von Autokatalysatoren verwendet wird und ein Receyling hier möglich ist, sind starke Preisschwankungen an der Tagesordnung. Interessanterweise haben sich die Schwellenländer, die in den nächsten Jahren viel Palladium recyceln könnten, nicht darauf eingestellt. Die Wiederaufbereitung wird also dort vermutlich nicht zu einem größeren Angebot führen. Und Palladium verdrängt naturgemäß das teurere Platin bei der Katalysatorproduktion, auch wenn diese beiden Metalle grundsätzlich in verschiedenen Katalysatoren für zum einen Diesel- und zum anderen Benzinmotoren benutzt werden.

Auch gehen die Lagerbestände, die vorwiegend noch in Russland bestehen, allmählich, aber sicher zur Neige. So sollte sich der Preis wieder nach oben bewegen. Charttechnisch deuten die Zeichen derzeit noch auf eine Seitwärtsbewegung hin, wobei Schwankungen immer gerade bei diesem Rohstoff normal sind.

Produziert wird Palladium vor allem in Russland und Südafrika. In 2011 lag das Angebot bei ungefähr 7,3 Millionen Unzen. Da das nicht reichte, wurde das Defizit mit Lagerbeständen aufgefüllt. Momentan findet eine Bereinigung des Marktes statt – die Netto-Long-Positionen an der Terminbörse bei Palladium wurden um 20 Prozent auf ein 10-Wochentief reduziert – was man positiv bewerten sollte. Denn dann ist der Weg für eine Preissteigerung frei. Außerdem dürfte das geringere Wirtschaftswachstum in China bereits eingepreist sein. Es könnte also die Zeit für einen Einstieg sein.

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