Kolumne von Björn Junker

Nach Marktkapitalisierung: Barrick Gold nicht mehr die Nummer Eins des Goldsektors

Barrick Gold (WKN 870450) ist mit Abstand der größte Goldproduzent der Welt. Der kanadische Konzern verfügt über die meisten Minen und die größten Goldreserven. Doch nach Marktkapitalisierung wurde Barrick nun von der Konkurrenz überholt. Diesen Titel, größter Goldproduzent nach Marktkapitalisierung, kann sich nun die ebenfalls in Kanada beheimatete Goldcorp (WKN 890493) anheften. Das ist eine peinliche Entwicklung für den Branchenprimus und folgt auf einen Wechsel an der Konzernspitze sowie die Ankündigung massiver Kostensteigerungen auf einem der wichtigsten Wachstumsprojekte Barricks.

Goldcorp genießt derzeit einen Bewertungsaufschlag, von dem Barrick nur träumen kann. Die Analysten von Veritas Investment Research haben errechnet, dass Goldcorp aktuell mit dem 10,7-fachen des zukünftigen Cashflows bewertet wird, während es bei Barrick nur der Faktor 5,3 ist. Die Experten von Mackie Research Capital sind der Ansicht, dass Goldcorp genau mit seinem Nettobarwert gehandelt wird, während bei Barrick ein Abschlag von 20% anfalle.

Was zeigt, dass Produktion nicht alles ist, wonach die Anleger die großen Goldproduzenten vergleichen. Denn Barrick zielt dieses Jahr auf einen Ausstoß von 7,3 bis 7,8 Mio. Unzen des gelben Metalls ab. Das ist mehr als das Dreifache der Produktionsprognose von Goldcorp, das mit 2,35 bis 2,45 Mio. Unzen Jahresproduktion rechnet.

Doch hat Goldcorp die besseren Wachstumsaussichten. Während Barrick plant, die Produktion bis 2015 auf mindestens 8 Mio. Unzen Gold zu steigern, will der kleinere Konkurrent bis 2016 4,2 Mio. Unzen erreichen – und damit die aktuelle Produktion fast verdoppeln. Und da Goldcorp eine deutlich niedrigere Ausgangsbasis hat als Barrick, wirkt sich jede zusätzliche Mine, die in Produktion geht, deutlich stärker auf Gewinn und Cashflow aus.

Auf Grund der Beiproduktion von Kupfer, Silber und anderen Metallen, hat Goldcorp zudem niedrigere Kosten und damit auch höhere Margen als Barrick. Im dritten Quartal dieses Jahres lag Goldcorps Marge bei 1.465 USD je Unze, während es bei Barrick "nur" 1.118 USD je Unze Gold waren.

Goldcorps Börsenbewertung hat sich der von Barrick bereits seit Jahren angenähert, doch dass es nun zum Führungswechsel kam, lag vor allem an den Turbulenzen bei Barrick. So musste der damalige CEO Aaron Regent angesichts der schwachen Kursentwicklung gehen, während zusätzlich bekannt wurde, dass die Kosten für Barricks Pascua-Lama-Projekt explodierten – sie werden nun auf rund 8,5 Mrd. Dollar geschätzt. Zudem herrschte bei den Anlegern Verwirrung angesichts der Industriemetallstrategie des Konzerns, der im vergangenen Jahr 7,3 Mrd. Dollar für eine (!) Kupferakquisition ausgab.

Nicht dass bei Goldcorp alles rund laufen würde. Das Unternehmen musste seine Produktionsprognose im Juli senken und sieht sich Problemen auf den Hauptminen in Kanada und Mexiko gegenüber. Doch im Vergleich zu Barrick oder auch Kinross Gold (WKN A0DM94) war die Unsicherheit bei Goldcorp deutlich geringer.

Dennoch weisen Analysten darauf hin, dass Goldcorp in den kommenden Jahren ein riskanteres Investment sein dürfte als Barrick. Denn um seine Prognosen einzuhalten, muss der Konzern mehrere neue Minen zur Produktion bringen, was immer eine Herausforderung ist. Zudem wird Goldcorp die Kostenschätzungen zu seinen Projekten Anfang 2013 aktualisieren. Und diese werden mit Sicherheit höher ausfallen – die Frage ist nur wie hoch.

Im Vergleich dazu sollte es für Barrick einfacher sein, seine Prognosen zu erreichen, wenn Pascua-Lama erst einmal den Betrieb aufgenommen hat. Das bedeute, so Experten, dass Goldcorp zwar ein höheres Wachstumspotenzial besitze, man dafür aber auch bereits einen deutlichen Aufschlag zahlen müsse. Zudem sei es wesentlich riskanter, die Produktion zu steigern als sie auf einem bestimmen Niveau zu halten.

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