Kolumne von Björn Junker

Niedrigerer Silberpreis und Übernahmekosten: Endeavour Silver mit Nullnummer beim Nettogewinn

Der kanadische Silberproduzent Endeavour Silver (WKN A0DJ0N) hat wie fast die gesamte Branche mit fallenden Metallpreisen zu kämpfen. Hinzu kommt, dass die neu übernommene El Cubo-Mine erst langsam auf den rechten Weg gebracht werden kann. So meldet das Unternehmen von CEO Bradford Cooke im dritten Quartal nur einen Nettogewinn von 16.000 USD und damit null Cent pro Aktie.

Gestiegen ist allerdings der Umsatz des Septemberquartals und zwar um 34% auf 51,9 Mio. USD nach 38,8 Mio. USD im dritten Quartal 2011. Verkauft hat Endeavour dabei 1.294.241 Mio. Unzen Silber und 8.984 Unzen Gold zu durchschnittlichen Preisen von 28,72 bzw. 1.637 USD pro Unze. Damit lag der realisierte Silberpreis um 29% unter dem Vorjahresquartal und der erzielte Goldpreis um 3% niedriger als 2011. Die Umsatzkosten des Quartals beliefen sich laut Endeavour auf 31,4 Mio. USD, was einen Anstieg von 88% im Vergleich zu den 16,6 Mio. USD des dritten Quartals 2011 bedeutet.

Der operative Minencashflow sank leicht um 1% auf 27 Mio. Dollar, während der operative Gewinn aus dem Minenbetrieb um 8% auf 20,4 Mio. USD zurückging. Der operative Gewinn lag 12% niedriger bei 14,1 Mio. USD, während der operative Cashflow leicht auf 15,3 Mio. USD stieg.

Den Gewinn vor Steuern bezifferte Endeavour mit 5,6 Mio. USD nach einem Verlust auf Derivate von 1,7 Mio. USD, einem Verlust von 5 Mio. USD in Bezug auf eine Sicherheit für die El Cubo-Übernahme sowie eine Abschreibung von 3,3 Mio. USD auf den Produktionsbestand von El Cubo. Damit kam der Nettogewinn für den Berichtszeitraum auf gerade einmal 16.000 USD oder 0,00 USD pro Aktie. Allerdings hatte Endeavour vor Jahresfrist noch einen Verlust von 3,1 Mio. USD zu beklagen.

Den bereinigten Gewinn gibt das Unternehmen mit 1,7 Mio. USD oder 0,02 USD pro Aktie an nach 8,9 Mio. USD bzw. 0,10 USD je Aktie im gleichen Quartal 2011.

Bei den Cashkosten immerhin kann einen Rückgang von 7% auf 4,70 USD pro Unze melden, was man auf die gestiegene Produktion der Bolanitos-Mine zurückführt, deren Kosten besonders niedrig sind.

Den Kauf der El Cubo-Mine außen vor gelassen, investierte Endeavour im dritten Quartal 18,4 Mio. USD in Liegenschaften, Anlagen und Equipment. Dabei widmete man sich vor allem der Untertageentwicklung auf den Minen Guanacevi, Bolanitos und El Cubo, vergrößerte die Abbauflotte und erweiterte verschiedene Kreisläufe auf den Anlagen, um sie für den höheren Durchsatz bereit zu machen.

Für die Akquisition von El Cubo verwendete das Unternehmen 100 Mio. USD aus seinen Cashreserven. Dadurch, so Endeavour, sank zwar kurzfristig die Liquidität (das Betriebskapital liegt jetzt nur noch bei 58,8 Mio. USD), werde aber gleichzeitig das langfristige Wachstumsprofil gestärkt. Um das Betriebskapital zu stärken nahm Endeavour einen revolvierenden Kredit in Höhe von 75 Mio. USD auf, um auch weiterhin Wachstumschancen nutzen zu können.

Gestiegen war im dritten Quartal die Silberproduktion und zwar um 33% auf 1,139 Mio. Unzen, während der Goldausstoß um 139% auf 11.754 Unzen zulegte. Dies war vor allem auf den gestiegenen Anlagendurchsatz zurückzuführen, der aber zum Teil durch 29% niedrigere Silbergehalte ausgeglichen wurde. Der gestiegene Durchsatz wiederum war das Ergebnis der Erweiterung der Minen und Anlagen von Guanacevi und Bolanitos. Die Silbergehalte fielen, da der Durchsatz auf Bolanitos stieg und die Erze von El Cubo hinzukamen, da beide Minen mit im Vergleich zu Guanacevi niedrigeren Gehalten arbeiten. Im Endergebnis stieg die Silberäquivalentproduktion gegenüber dem dritten Quartal 2011 um 56% auf 1,73 Mio. Unzen (bei einem Umrechnungsverhältnis von Silber zu Gold von 50:1).

Auf El Cubo laufen derzeit zahlreiche Arbeiten an der Mine, der Anlage und der damit zusammenhängenden Infrastruktur. Die El Tajo-Anlage wurde zu 80% abgebaut, sodass die Verarbeitungsanlage mit einer Kapazität von 1.200 Tonnen pro Tag und Kapazitäten zur Erweiterung neu errichtet werden kann.

Für das vierte Quartal geht Endavour aus, dass die finanzielle Lage stabil bleiben wird, da man einen Anstieg des Silber- wie auch des Goldpreises und der Produktion erwartet. Auch die Kosten dürften allerdings weiter steigen, so das Unternehmen. Die branchenweit zu beobachtende Kosteninflation sollte nach Ansicht von Endeavour aber durch neue Größenvorteile auf Bolanitos und Guanacevi sowie den laufenden operativen Turnaround von El Cubo ausgeglichen werden.

Zusammen mit der Silberproduktion dürften allerdings auch die Cashkosten des vierten Quartals steigen, was die höhere Produktion auf allen drei Minen und insbesondere der El Cubo-Mine mit ihren höheren Kosten widerspiegele. Allerdings geht das Endeavour-Management davon aus, dass die Cashkosten auf El Cubo noch im vierten Quartal wieder zu sinken beginnen.

Endeavour prognostiziert für El Cubo im zweiten Halbjahr 2012 insgesamt eine Produktion von 600.000 – 700.000 Unzen Silber und von 7.500 bis 9.000 Unzen Gold oder 975.000 bis 1,15 Mio. Unzen Silberäquivalent. Als Ergebnis des späteren Produktionsstarts auf El Cubo – Endeavour konnte nur zwei Produktionsmonate in die Berechnung einbeziehen – geht man nun davon aus, dass die Produktion ab dem Abschluss der Akquisition bis zum Jahresende bei 400.000 Unzen Silber und 7.000 Unzen Gold liegen wird.

Guanacevi soll mit 2,6 Mio. Unzen Silber die Prognose nur ganz knapp verfehlen und mit 6.000 Unzen Gold das Produktionsziel übertreffen. Für Bolanitos geht das Unternehmen davon aus, dass die Produktionsprognose von 1,6 Mio. Unzen Silber erreicht und mit 20.000 Unzen Gold die Erwartungen übertroffen werden.

Daher rechnet Endeavour für 2012 nun mit einer leicht niedrigeren Silberproduktion von 4,6 Mio. Unzen aber einem deutlich höheren Goldausstoß von 38.000 Unzen. Die Cashkosten dürften, so das Unternehmen, am unteren Ende der bislang ausgegebenen Spanne von 6 bis 7 USD pro Unze liegen.

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