Kolumne von Björn Junker

Schwache Produktionszahlen: Indiens Probleme beim Eisenerz-Nachschub verschärfen sich

Weil die Eisenerzförderung bei der staatlichen National Mineral Development Corporation unter den Erwartungen bleibt, kommen Indiens Stahlkocher mehr und mehr in Bedrängnis. Der Rohstoff ist knapp, man ist immer stärker auf Lagerbestände und Importe angewiesen. Der Engpass an Rohstoffen in der indischen Stahlindustrie könnte sich verschlimmern. Experten gehen davon aus, dass die Stahlkocher des Landes im laufenden Jahr rund 165 Millionen Tonnen Eisenerz benötigen werden. Die Versorgungslücke mit dem wichtigen Rohstoff soll zwischen 30 Millionen Tonnen und 40 Millionen Tonnen liegen und damit einen signifikanten Anteil ausmachen. Der Engpass wird vor allem solche Fabriken betreffen, die keine eigenen Eisenerzminen als konzerninternen Zulieferer haben und somit auf externe Lieferungen angewiesen sind.

Verschlechtert wird die Situation derzeit durch Produktionsrückgänge bei Indiens größtem Eisenerzförderer, der National Mineral Development Corporation. Das staatliche indische Bergbauunternehmen hat zwischen April und September lediglich 12,24 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert, das ist fast eine Million Tonnen weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Geplant war das wohl etwas anders: Regierungsaussagen zufolge sollte die National Mineral Development Corporation im laufenden Geschäftsjahr eine konstante Produktion von 27 Millionen Tonnen Eisenerz schaffen. Nach der Hälfte des Jahres sieht es nicht gerade danach aus, dass der Konzern dieses Ziel erreichen wird.

Dabei befindet sich der heimische Eisenerznachschub ohnehin schon in Problemen. Der Hintergrund sind gerichtlich angeordnete und überwachte Förderstopps in verschiedenen Provinzen des Landes. Mit Hilfe dieser Stopps soll illegalen Bergwerksaktivitäten nachgegangen werden. Vor allem der Ausfall zweier Provinzen macht der indischen Stahlindustrie nun zu schaffen. In diesen beiden Regionen wurden vor dem Stopp rund 40 Prozent der gesamten Eisenerzproduktion des asiatischen Staates gefördert – kein Wunder also, dass die Inder mehr und mehr auf Importe angewiesen sind, obwohl sie noch vor nicht allzu langer Zeit zu den größten Eisenerzexporteuren gehört haben.

Der erhöhte Importbedarf kommt den Stahlwerken des Landes nicht gelegen, zumal mit China ein großer Konkurrent in der Nachfrage nach Eisenerz vorhanden ist. Die Belastungen gehen für die indische Industrie mittlerweile so weit, dass man den Staat gebeten hat, die Einfuhrabgabe für Eisenerz zu reduzieren. Hoffnung setzt man in eine Wiederaufnahme der Produktion in einigen der temporär stillgelegten Minen, bei denen der Förderbann aufgehoben wird. Binnen eines halben Jahres sollen so rund 15 Millionen Tonnen zusätzliche Erzproduktionskapazität auf den Markt kommen.
 

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