Große Sorgen um Südafrika

Wer dachte, dass sich die Lage in Südafrika nach der Einigung im Streik auf einigen Platinminen beruhigt, sieht sich getäuscht. Neue Unruhen drohen in und um die Bergbaustadt Rustenburg als Folge von Streiks der Amplats-Minenarbeiter, in deren Rahmen es einen erneuten Todesfall gegeben hat. Ein Gewerkschaftssekretär ist am Freitag in seinem Haus ermordet worden. Eine neue Gewaltwelle droht und die Lage eskaliert weiter, nachdem der Platinkonzern Tausende der streikenden Arbeiter entlassen hat.

Die Sorge um die Zukunft in Südafrika wächst, zumal mit einem schnellen Ende der Proteste und Gewalttätigkeiten nicht zu rechnen ist, denn dahinter steckt auch der Kampf um Einfluss und Macht bei Gewerkschaften und selbst beim ANC. Der Parteitag und damit die Wahl um den ANC-Vorsitz stehen an. Wer der Partei vorsteht, wird zugleich der neue Präsident Südafrikas. Zwischen dem amtierenden Präsidenten Jacob Zuma und dem ehemaligen ANC-Jugendaktivisten Julius Malema tobt ein geradezu erbitterter Kampf – und immer wieder ist es Malema, der mit seinen Auftritten das ohnehin lodernde Feuer weiter anfacht.

Die Folgen für Südafrika sind derzeit noch nicht absehbar, denn international betrachtet man die Entwicklungen mit großer Skepsis. "Momentan sind die Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Frage gestellt", sagt zum Beispiel DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann auf einer Veranstaltung in Kapstadt. Selbst Zuma warnt vor wachsenden Instabilitäten. Das dürfte vor allem die Bergwerksbranche und insbesondere den Platinpreis betreffen – der größte Teil des Metalls wird in Südafrika abgebaut.

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