Kolumne von Björn Junker

Auf dem Prüfstand: Aquila Resources und das Erzprojekt

In Australien stehen die Zeichen in der Bergbaubranche derzeit auf "gelb". Eine Reihe von Projekten wird überprüft, die Kosten steigen und steigen. Davon kann auch Aquila Resources (WKN: A0DLB2) ein Lied singen. Die Gesellschaft will Milliarden Dollar in ein Eisenerzprojekt in Westaustralien investieren. Doch momentan gibt es eine Reihe von Problemen, die teils hausgemacht sind. Fakt ist, dass die Kosten explodieren. Ursprünglich sollte das gesamte Projekt 6 Milliarden Australische Dollar (AUD) kosten, inzwischen geht man von 7,4 Milliarden AUD aus. Wie sehr die Dinge aus dem Ruder laufen können, zeigt sich bei einem anderen Erzprojekt. Das Sino-Projekt von CITIC Pacific (WKN: 870564) soll nach jüngsten Schätzungen 8 Milliarden AUD kosten, das wäre eine Verdreifachung der ursprünglichen Schätzung.

Doch Aquila muss schon beim Plus von 25 Prozent schlucken. Ein Grund dafür ist der sinkende Preis für Erz. Das bringt die Kalkulation durcheinander und führt zu einer Überprüfung des Modells. Die Nachfrage aus China entwickelt sich nicht wie gedacht, es bleibt unklar, wie sich dies künftig fortsetzt. Zudem wird der australische Dollar immer stärker, was die Kosten ebenfalls belastet.

Ursprünglich wollte Aquila zusammen mit einem Partner eine Mine in Westaustralien bauen, die einen jährlichen Umschlag von 30 Millionen Tonnen haben sollte. Per Zug sollte das Erz dann zum Hafen von Anketell Point gebracht werden. Laut Plan soll dieser auf 115 Millionen Tonnen ausgelegt werden, die Kapazitäten können später auf 350 Millionen Tonnen erweitert werden. Am Hafenausbau soll auch Fortescue Metals Group (WKN: 121862) beteiligt werden. Da Fortescue jedoch hohe Schulden hat, reduziert man dort alle Expansionspläne. Das behindert auch den Hafenausbau.

Für diesen fehlt zudem noch die Umweltgenehmigung der Regierung von Westaustralien. Diese wird gleichzeitig benötigt, damit die Banken Aquila das nötige Geld geben. Doch auch hierbei gibt es noch ein anderes Problem. Der Partner von Aquila, ein Joint Venture verschiedener Investoren, streitet intern ums Geld. Hier gibt es Meinungsverschiedenheiten um das anstehende Budget, möglicherweise muss ein Partner sogar herausgekauft werden. Das erleichtert die Situation von Aquila nicht wirklich.

Überlegt wird, wie die Kosten wieder gedrückt werden können. Es gibt Studien, nach denen diese um 2,3 Milliarden AUD sinken können, wenn einige Aktivitäten nach außen vergeben werden. Dieses Outsourcing würde bei der späteren Erzförderung jedoch mit 15 AUD je Tonne an Mehrkosten zu Buche schlagen. Bisher liegen die geschätzten Förderkosten bei 24,20 AUD je Tonne. Selbst mit dem Aufschlag um 15 AUD könnte es aber noch immer eine interessante Marge geben, schließlich liegt der Weltmarktpreis mehr als doppelt so hoch. Noch ist unklar, wann bei Aquila eine Entscheidung über die Zukunft des Projekts fallen wird.

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