Kolumne von Björn Junker

Vor den Wahlen: Indonesien und der Bergbau

2014 wird in Indonesien ein neuer Präsident gewählt. Vor allem die Bergbauindustrie spürt schon weit im Vorfeld die politischen Auswirkungen. Besonders ausländischen Unternehmen wird das Geschäft erschwert. Rund 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Indonesien wird durch den Bergbau erwirtschaftet. Das asiatische Land nimmt eine führende Position bei der Förderung von Nickel ein, auch Kohle, Zinn und Bauxit zählen zu den Exportschlagern. Doch meist verlassen die Rohstoffe das Land unbehandelt, was nicht im Sinne der Regierung ist. Sie möchte die Rohstoffe im Land veredeln und sie dann mit einem höheren Wert ausführen.

Um dies zu erreichen, legt man der Bergbaubranche harte Bandagen an. Es werden neue Steuern und Gebühren erhoben und es werden Besitzbeschränkungen erwogen. Dies hat in Indonesien im Vorfeld von Wahlen bereits Tradition. 2009 konnte man ähnliches erleben. Vieles davon wird nach den Wahlen wieder zurückgenommen. Darauf ruhen auch jetzt die Hoffnungen von ausländischen Gesellschaften. Doch bis 2014 ist es noch ein langer Weg.

Die Sorgen, dass sich Gesellschaften aus dem Land zurückziehen, wachsen jedoch. Dazu trägt auch die immer wieder kolportierte Korruption bei. Angeblich müssen Beamte mit hohen Summen bestochen werden, um Bergbaugenehmigungen zu erteilen. Die zuständigen Ministerien dementieren jedoch derartige Vorkommnisse vehement.

Dass die Politik der Regierung jedoch schon jetzt Auswirkungen auf den Export hat, lässt sich an den Statistiken ablesen. China hat den Einkauf von indonesischen Rohstoffen deutlich reduziert. Im August sind die chinesischen Nickelimporte aus dem Land um fast 40 Prozent auf knapp 1,5 Millionen Tonnen gesunken. Schon in den Sommermonaten hat das Riesenreich deutlich weniger Nickel aus Indonesien importiert als zuvor. Gleichzeitig sorgt China für Nachschub von anderer Stelle. Die Philippinen gewinnen als Handelspartner an Bedeutung. Aus dem großen Inselreich verdoppelt sich im Sommer der Nickeltransport gen China.

Und noch ein Aspekt spricht dafür, dass die Politik der Regierung schon jetzt Auswirkungen zeigt: Viele kleine Minen schließen in diesen Tagen, vor allem auf der Insel Sulawesi. Der dortige Hafen von Kolaka liegt verwaist da, während noch im Frühjahr regelmäßig große Schiffe die Nickelvorräte abholten und in die Welt hinausbrachten. Unternehmen könnten somit künftig länger überlegen, ob sie in Indonesien Geld in den Bergbau investieren wollen.
 

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