Der Bergbaugigant Anglo American (WKN A0MUKL) wird seinen Kokskohleausstoß in den kommenden Monaten senken, Angesichts der niedrigen Preise, hohen Kosten und der schwachen Nachfrage aus China, überprüft der Konzern derzeit seine bestehenden Minen und Projekte. Man durchlaufe derzeit einen Planungsprozess, mit dem man sich an die veränderten Marktbedingungen anpasse. Kurzfristig werde es auch Produktionssenkungen geben, erklärte Seamus French, Leiter der Division Kokskohle in einem Interview. Gerade Zeiten wie diese seien eine Chance, die eigene Vorgehensweise neu zu bewerten.

Laut French herrsche am Markt ein Überangebot, da die hohen Preise Anfang 2011 die Produzenten dazu veranlasst hätten, ihren Ausstoß auszuweiten. Der Spotpreis für Kokskohle, Australiens zweitwichtigster Export, ist in den vergangenen zwölf Monaten um die Hälfte gefallen, da die Stahlnachfrage aus China nachgab. Anglo American ist der drittgrößte Produzent von Kokskohle weltweit. Diese wird hauptsächlich zur Stahlherstellung verwendet.

Wie French erklärte, würde über mögliche Produktionssenkungen von Fall zu Fall entschieden werden. Dabei werde man sich auf die Betriebe mit den niedrigsten Margen konzentrieren. Er fügte an, dass solche Entscheidungen wahrscheinlich in den kommenden Monaten getroffen würden.

Viele Bergbaufirmen bemühen sich verstärkt, ihre Kosten zu senken und denken neu über geplante Investitionen nach, da die Nachfrage aus China, einem der größten Konsumenten vieler Rohstoffe, zuletzt gefallen war. Das hat die Preise für viele Industrierohstoffe auf neue Tiefstände geführt.

Anfang des Monats hatte Xstrata (WKN 552834) der größte Produzent von auf dem Seeweg verschiffter Kraftwerkskohle, erklärt, dass man rund 600 Stellen in einer Restrukturierung der australischen Betriebe streichen werde. Der größte Bergbaukonzern der Welt BHP Billiton (WKN 908101) hatte ebenfalls bekannt gegeben, dass man die Produktion auf der Kokskohlemine Gregory in Queensland einstellen und andere Betriebs prüfen werde.

Anglo American allerdings will kein Wachstumsprojekt komplett einstellen. Bis 2020 wolle man weiterhin die Kokskohleproduktion verdreifachen, erklärte French. Man könne schließlich langfristige Pläne nicht so einfach über den Haufen schmeißen.

Der Konzern hatte im Juli schlechter als erwartet ausgefallen Zahlen gemeldet, da man bei niedrigen Rohstoffpreisen gleichzeitig mit steigenden Kosten zu kämpfen hatte. Damals erklärte Anglo American, dass man angesichts des ungewissen Ausblicks für die Weltwirtschaft die Investitionen des laufenden Jahres um rund 1,6 auf 5 Mrd. USD senken werde.
 

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