Kolumne von Ingrid Heinritzi

O'zapft is – für Gold

Durch die jüngsten Notenbank-Aktionen steigt das Risiko für Inflation. Das Oktoberfest in München als Beispiel führt den zukünftigen Trend vor Augen. Gold als Absicherung bleibt daher erste Wahl.

9,32 Euro dürfen die Wiesn-Besucher 2012 durchschnittlich für eine Maß Bier auf dem Münchener Oktoberfest hinlegen. Das ist ein satter Preis für einen Liter Bier (zumindest sollte soviel Gerstensaft in den oft schlecht eingeschenkten Krügen sein). 2011 kostete die Maß Wiesnbier noch 3,9 Prozent weniger.

Der hohe Preis scheint dennoch die Wiesn-Besucher nicht zu schrecken. 2011 erreichte der Bierkonsum in den zwei Wochen des Oktoberfestes 7,5 Millionen Maß oder besser Liter, denn ein paar Maß mehr könnten es für die Wirte ja doch gewesen sein, wenn der Eichstrich nicht immer genau beachtet wurde. Auch 2012 dürfte dieses Allzeithoch an Bierausschank wieder in greifbare Nähe kommen. Die Krisen in den südeuropäischen Ländern sollten sich bei diesem zum 179. Mal stattfindenden Fest nicht allzu stark bemerkbar machen, denn immer noch kommen zumindest 4 von 5 Wiesngängern aus Deutschland, vornehmlich wohl Bayern.

Doch zurück zu den Preisen. Direkt vergleichbar sind die absoluten Preise auf der Wiesn mit denen bei Aldi oder Karstadt natürlich nicht. Diese müssen deutlich höher liegen, da ja die riesigen Zelte aufgebaut, Wachpersonal beschäftigt und entsprechend teure Logistik erstellt werden muss. Die Analysten der ehemaligen HypoVereinsbank, jetzt UniCredit, errechneten, dass ein Ausflug auf das Oktoberfest 2012 um 2,8 Prozent teurer wurde als 2011. In dem Paket enthalten sind 2 Maß Wiesnbier, ½ Hendl und eine Fahrkarte der hiesigen U-, S-, Straßenbahn und Busse.

In Deutschland beträgt die Inflationsrate derzeit dagegen nur 2,1 Prozent. Im Durchschnitt der vergangenen 27 Jahre lag die Inflationsrate bei 1,9 Prozent, die Preissteigerung auf dem Oktoberfest dagegen bei sage und schreibe 4 Prozent. Das könnte schon den Gedanken aufkommen lassen, dass entweder die Wiesn deutlich zu teuer geworden ist, oder dass die deutsche Inflationsrate zu niedrig angesetzt ist. Denn über einen so langen Zeitraum macht sich auch bei einem gering anmutenden Unterschied von rund 2 Prozentpunkten eine riesige Schere auf.

Der Mittelweg wird wohl stimmen. Immerhin umfasst das Wiesn-Paket nur wenige Bestandteile, könnten Kritiker sagen. Doch auch darin müssen höhere Energiekosten, höhere Kosten für Sicherheitsmaßnahmen und höhere Rohstoffpreise (Braugerste verteuerte sich in diesem Zeitraum um rund das Dreifache) eingearbeitet werden.

Für unsere Politiker ist auf jeden Fall die Wiesn ein gutes Beobachtungsobjekt. Denn wenn dort die Preissteigerung doppelt so hoch ist wie allgemein in Deutschland, nahezu jedes Jahr aber neue Besucher- und Absatzrekorde vermeldet werden können, dann ist wohl die Bevölkerung willens und finanziell potent genug, um eine höhere Inflation zu tragen.

Das Risiko der nahezu unbegrenzten Liquiditätsschaffung, quasi des Gelddruckens, der Notenbaken ist also gar nicht so hoch für die Regierenden. Denn steigt die Inflationsrate wie erwartet an, könnte sich der Unmut der Bevölkerung entgegen der Unkenrufe vieler Ökonomen in Grenzen halten. Als Fazit ist zu nennen, dass die Inflationsrate steigen wird.

Wehren können sich die Bürger dagegen wohl kaum. Doch gegen die Geldentwertung zumindest teilweise absichern ist möglich. Denn Gold zeigte bereits, dass es in inflationären Phasen, zumindest wenn die Inflationsrate über den Sparzinsen liegt, ein gefragter Geldersatz ist. Auf Gold als Absicherung zu setzen ist daher sicherlich nicht verkehrt. Es gibt dabei vielerlei Möglichkeiten. Vom Horten der gängigen Goldmünzen und Goldbarren bis hin zum Kauf von Goldminen-Gesellschaften, die noch viel Gold unausgebeutet im Boden (Reserven und Ressourcen) liegen haben. Für vorsichtige Zeitgenossen scheint der Einstieg bei mit Gold physisch abgesicherten Zertifikaten (ETCs) am besten zu sein. Beispiele sind Xetra Gold (ISIN: DE000A0S9GB0), RBS physical Gold (ISIN: DE000A1EDJ96), db physical Gold Euro hedged (ISIN: DE000A1EK0G3) und ETFS Physical Swiss Gold Securities (ISIN: DE000A1DCTL3). Steigt die Inflationsrate wie erwartet an, sollte auch der Wert dieser ETCs zulegen und dann wäre der nächste Oktoberfest-Besuch 2013 bereits finanziert.

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