Kolumne von Björn Junker

Nach Lohnerhöhungen für Lonmin-Arbeiter: Auch auf einer Mine des Goldproduzenten AngloGold Ashanti wird jetzt gestreikt

Jetzt treffen die Streiks in der südafrikanischen Bergbaubranche auch den drittgrößten Goldproduzenten der Welt AngloGold Ashanti (WKN 915102). Arbeiter auf einer Mine des Konzerns in Südafrika haben sich am Freitag geweigert, ihren Aufgaben nachzukommen. Die Nachtschicht der Kopanang-Mine sei in den Streik getreten und auch die Morgenschicht sei nicht in die Stollen eingefahren, teilte AngloGold-Sprecher Alan Fine mit. Seiner Aussage nach arbeiten auf der Mine 5.000 Angestellte. Die Streikenden hätten bislang dem Unternehmen ihre Forderungen noch nicht mitgeteilt.

Ein Sprecher der National Union of Mineworkers sagte Medienberichten zufolge hingegen, dass die Streikenden einen Lohn von 12.500 Rand pro Monat verlangen, was den Forderungen auf anderen südafrikanischen Minen entspricht. Das ist ungefähr das Dreifache dessen, was die am niedrigsten bezahlten Arbeiter derzeit verdienen.

Die Probleme für AngloGold beginnen nur Tage nachdem Tausende Arbeiter sich nach einer Gehaltserhöhung auf den Minen des Platinproduzenten Lonmin (WKN 856046) zurückmelden. Nach sechs Wochen Arbeitskampf, in dessen Verlauf 45 Menschen starben, hatte man sich schließlich geeinigt.

Lonmin erklärte, dass der Lohnabschluss die Personalkosten ab dem 1. Oktober um 14% steigen lassen werde. Das ist ein großes Problem für das Unternehmen, das bereits mit einer geschwächten Bilanz und an anderer Stelle ebenfalls steigenden Kosten zu kämpfen hat.

Auch auf Minen des weltweit größten Platinproduzenten Anglo American Platinum (WKN 856547) und des Goldproduzenten Gold Fields (WKN 856777) laufen illegale Streiks, die auf Gehaltserhöhungen abzielen.

Gill Marcus, Gouverneurin der südafrikanischen Zentralbank zeigt sich besorgt, dass der Abschluss bei Lonmin als Präzedenzfall für zukünftige Gehaltsforderungen in Afrikas größter Volkswirtschaft dienen und damit zu einem Anstieg der Inflation führen könnte.
 

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