Kolumne von Ingrid Heinritzi

Krisen-Währung Öl

Unruhen in muslemischen Ländern treiben den Ölpreis an. Doch Amerika will durch vermehrte heimische Öl- und Gasproduktion der Abhängigkeit von der OPEC entgegenwirken.

Saudi-Arabien ist neben Russland das größte Ölförderland. Die aktuellen Ausschreitungen in den arabischen Ländern (Tod des US-Botschafters in Libyen, Sturm auf die US-Botschaft in Jemen, ja sogar Aktionen gegen deutsche Einrichtungen im Sudan) lassen den Ölpreis steigen. Und diese Risikoprämie wird den Ölpreis noch länger bestimmen. Denn die anti-amerikanischen Handlungen werden nicht von heute auf morgen verschwinden.

Verunglimpfungen des Propheten Mohammed nimmt die arabische Bevölkerung tragisch. In den 12 Mitgliedsstatten der OPEC – Algerien, Angola, Ekuador, Iran, Irak, Kuwait, Libyen, Nigeria, Qatar, Saudi-Arabien, Vereinte Arabische Emirate und Venezuela – ist der Islam bei neun der Mitglieder die Hauptreligion.

Auch wenn Öl derzeit nicht knapp am Markt vorhanden ist, so geht der Preis aufgrund der politischen Unstabilitäten nach oben. 93.000 Barrel Rohöl improtiert die USA täglich aus Libyen, wo aktuell die Produktion immer noch unter dem normalen Level liegt. Daneben noch 48.000 Barrel täglich aus Ägypten, wo ebenfalls anti-amerikanische Proteste im Gange sind.

Aus dem Jemen fließt derzeit kein Öl nach Amerika. Und wenn sich der Ölnachschub noch aus anderen wichtigen Ländern verringert – 471.000 Barrel Rohöl täglich aus Nigeria, 649.000 Barrel aus dem Irak, 1,4 Millionen Barrel täglich aus Saudi-Arabien – dann könnte der Ölpreis enorme Höhen erklimmen. Der iranische Ölminister sieht einen Preis von 150 US-Dollar je Barrel als gerechtfertigt an, um die aktuellen Risiken im Ölpreis widerzuspiegeln.

Schuld an dem ganzen Dilemma hat der Mohammed-verspottende Film eines Einzelnen, was die Empfindlichkeit einiger muslemischen Bevölkerungsgruppen zeigt. Insgesamt dürften diese Proteste jedoch nicht die allgemeine Meinung in den arabischen Ländern widerspiegeln. Viele an den Koran Glaubende sind bereits viel toleranter. Diese Krise ist damit auch eine Chance für diese Länder in der Bevölkerung mehr Aufgeschlossenheit zu erlangen.

Für die weltweite Konjunktur wäre ein steigender Ölpreis Gift. Doch es gibt auch Licht am Ende des Energietunnels: Wie die amerikanische Energiebehörde EIA mitteilte, steigt die dortige Gasförderung. Bis 2020, so Obama, soll die Hälfte der amerikanischen Ölimporte durch vermehrte inländische Öl- und Gasproduktion ersetzt werden. Amerika als immer noch größter Energieverbraucher will seine Abhängigkeit von der OPEC somit verringern.

Ein weiterer Aspekt, der den Ölpreis beeinflusst, ist die Bereitschaft der Zentralbanken vermehrt Geld zu drucken. Die europäische Schuldenkrise gewinnt so Einfluss. Denn kurz nachdem unbefristete Anleihekaufprogramme verkündet wurden, stieg der Ölpreis. Es ist anzunehmen, dass die Risikoprämie weiter erhalten bleibt. Um so mehr, da bereits Gerüchte herumschwirren, die USA könnten Israel nach den Präsidentschaftswahlen Anfang November erlauben, einen militärischen Schlag gegen die iranischen Atomanlagen zu führen. Dies würde eine weitere Eskalation bedeuten und sicherlich die Ölversorgung aus dem Nahen Osten stark negativ beeinflussen. Für Anleger, die an einen weiter hohen Ölpreis glauben, gibt es eine Vielfalt an Investmentmöglichkeiten mit und ohne Hebel. Derzeit erscheinen aufgrund des bereits hohen Preises im Vergleich zur etwas hinkenden weltweiten Konjunktur jedoch Bonus-Zertifikate die erste Wahl zu sein.

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