Kolumne von Björn Junker

Fortescue ächzt gewaltig unter der Schuldenlast

Die Aktie des australischen Eisenerzkonzerns ist vom Handel ausgesetzt. Der massive Einbruch auf dem Markt für den Stahl-Rohstoff setzt das hoch verschuldete Unternehmen unter einen extremen finanziellen Druck. Anfang 2011: Die Aktien der Fortescue Metals Group (WKN: 121862) notieren oberhalb von 7 Dollar. An der Börse geht man fest davon aus, dass der Boom der chinesischen Volkswirtschaft ein wichtiger Motor für die Weltkonjunktur sein wird. Und in China braucht man vor allem eins, um den gigantischen Ausbau der Infrastruktur zu bewerkstelligen: Stahl.

Die Gegenwart aber sieht anders aus als die Perspektiven damals. Tatsächlich geht das Wachstum in China zurück und macht den Beobachtern Sorgen. Die Nachfrage nach Stahl hat sich nicht wie erwartet entwickelt. Die Folge ist unter anderem ein Preisrutsch beim Eisenerz, der dramatische Züge angenommen hat. Und eine Besserung ist zumindest kurzfristig nicht in Sicht, auch wenn China neue große Infrastrukturprojekte angekündigt hat, die aber ihre Zeit brauchen werden. Die hoch verschuldete australische Fortescue Metals steckt mitten drin im Desaster. Dass der Kurs auf 3 Dollar abgestürzt ist, könnte noch das kleinere der Probleme werden. Basierend vor allem auf geliehenem Geld wollte das Unternehmen ein neues Eisenerzimperium in Down Under bilden. Nun, inmitten der chinesischen Konjunkturprobleme und dem Schuldendesaster in Europa, lasten die Kredite schwer auf dem Konzern. Das Investitionsbudget wurde bereits von Seiten der Gesellschaft eingedampft. Als weitere Folge zieht man jetzt wohl die Notbremse und will Schulden und Projekte neu strukturieren. Die Aktie des Konzerns jedenfalls ist seit Freitag vom Handel an den Börsen ausgesetzt.

Rund 8,5 Milliarden Dollar Schulden sind es, die den Konzern unter Druck bringen. Berichten zufolge besteht bei der Fortescue Metals Group die Gefahr, dass der Konzern Ende des Jahres Zielvereinbarungen mit den Gläubigern nicht erreichen wird. Das hat man wohl von Seiten der Australier zum Anlass genommen, neue Verhandlungen vor allem mit den Geldgebern aufzunehmen. Noch in dieser Woche soll es Details zu den Ergebnissen der Verhandlungen geben.

Zudem rechnet man am Markt mittlerweile damit, dass die Gesellschaft zum Verkauf von Vermögenswerten gezwungen sein wird, um die drückende Schuldenlast zu verkleinern. Interessenten dürften parat stehen, vor allem aus China, zumal Fortescue Metals Group angesichts der Schuldenlast in keiner guten Verhandlungsposition steht und die Preise somit nicht allzu hoch sein dürften. In der Presse fällt derzeit als einer der möglichen Interessenten immer wieder der Name Baosteel. Allerdings sind auch hier noch Details offen. Die nächsten Tage werden bei Fortescue daher sehr spannend.

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