Kolumne von Björn Junker

Schwierigkeiten nahen: Australien fürchtet um den Bergbau

Bisher ist der Bergbau eine der großen Stützen der australischen Wirtschaft. Doch es mehren sich die dunklen Wolken über der Branche. 246 Milliarden Dollar wollen Bergbauunternehmen in Australien investieren. Neue Minen, neue Transportwege, neue Hafenanlagen etc. sollten entstehen. Das sind die bisherigen Pläne, die der Regierung des Landes bekannt sind. Doch die Summe muss wohl deutlich überarbeitet und in der Folge zusammengestrichen werden. Denn viele Gesellschaften haben bereits angekündigt, ihre Investitionspläne zu überdenken oder gar ganz zu streichen.

Eine Reihe von Gründen sorgt für die Kürzungen. Vor allem die zurückgehenden Rohstoffpreise lassen die Firmen ihre Entscheidungen noch einmal überdenken. Der Preis für Eisenerz ist auf einem Drei-Jahres-Tief, seit Juli hat der Preis sich um ein Drittel verringert. Ähnlich ist die Situation bei der Kohle, hier ging der Preis im laufenden Jahr um rund 20 Prozent zurück. Die schwache Nachfrage aus China sorgt für die veränderte Situation.

Zudem belasten höhere Kosten die Branche. Energieausgaben steigen, Arbeitskosten gehen nach oben, neue Steuern und höhere Gebühren drücken ebenfalls auf die Ergebnisse. Australien ist kein günstiges Bergbauland mehr, die Kosten liegen klar über den weltweiten Zahlen. So muss man bei Eisenerz einen Aufschlag von 75 Prozent im Vergleich zu ähnlichen Minen im Ausland berücksichtigen. Das lässt jeden Controller zwei Mal rechnen, ob sich eine Investition lohnt.

BHP (WKN: 850524) hat sein Investitionsprogramm über 40 Milliarden Dollar auf den Prüfstand gestellt. Xstrata (WKN: 552834) überprüft seine Pläne, 6 Milliarden Dollar in die Wandoan-Mine zu investieren. Auch hinter der Investition von GVK Power über 10 Milliarden Dollar für die Alpha Coal Mine gibt es ein dickes Fragezeichen.

Aus Regierungskreisen ist zu hören, dass 33 Eisenerzprojekte derzeit in Gefahr sind. Zudem werden 73 Kohleprojekte überprüft. Ein Stopp der Projekte ist auch für die Zulieferer sehr gefährlich, hier könnten Arbeitsplätze verloren gehen. Ob Australien diesen Schock abfedern kann, ist noch ungewiss. Analysten gehen nicht davon aus, dass andere Industriebereiche so stark wachsen, dass sie die Delle im Bergbau ausgleichen können. Das könnte die Wirtschaft des Landes, in der es seit Jahrzehnten keine Rezession gab, nach unten ziehen.
 

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