Der Uranpreis ist zuletzt auf weniger als 50 Dollar je Pfund gefallen. Für viele Gesellschaften wird die Förderung bald unwirtschaftlich. Doch Experten geben Entwarnung. Sie gehen davon aus, dass der Kurs bald wieder anziehen wird. Dafür gibt es eine Reihe guter Gründe. So ist das dritte Quartal traditionell die schwächste Periode des Jahres für Uran. In diesen Monaten fällt der Kurs meist um rund 4 Dollar je Pfund, das vierte Quartal ist hingegen das stärkste Jahresviertel, in dem die Verluste wieder mehr als aufgeholt werden.

Wichtig für den Kurs ist die Nachfrage. Diese soll weiter steigen, gleichzeitig könnte das Angebot für Probleme sorgen. Es werden derzeit mehr Atomkraftwerke gebaut bzw. geplant als vor dem Atomunfall von Fukushima. Die treibenden Kräfte sitzen in Russland, Südkorea, Indien und vor allem China. Außerdem wird erwartet, dass Japan einen Großteil seiner Anlagen wieder ans Netz bringen wird. All dies erhöht die Nachfrage in den kommenden Jahren.

Das Angebot wird durch den Wegfall von russischem Uran ab Ende 2013 unter Druck kommen. Bis dahin läuft ein Vertrag mit dem Westen, dass das Uran aus den russischen Atomraketen weitergegeben wird. Derzeit werden rund 13 Prozent des weltweiten Angebots aus dieser Quelle gedeckt. Der Wegfall könnte nicht so leicht kompensiert werden. Viele Bergbauunternehmen haben nämlich zuletzt weniger Geld in die Suche nach neuen Uranlagern gesteckt. Der Schock von Fukushima und der anschließende Kursrückgang haben in diesem Bereich für Zurückhaltung gesorgt.

All dies sollte den Uranpreis in den kommenden Jahren wieder nach oben bringen. Am Markt wird vermutet, dass 2013 ein Kurs von 60 Dollar je Pfund realistisch ist. 2014 könnte der Preis auf 70 Dollar steigen und sich auf diesem Niveau zunächst halten.