Kolumne von Björn Junker

Platinpreis könnte steigen - Lonmin setzt Förderung weiterhin aus

Noch immer stehen die Arbeiten auf einer wichtigen südafrikanischen Platinmine still. Experten gehen davon aus, dass sich das Edelmetall im kommenden Jahr klar verteuern wird. Der Arbeitsausstand auf der Marikana-Mine von Lonmin (WKN: 856046) in Südafrika ist noch immer nicht beendet. Das Ultimatum von Lonmin aus der Vorwoche, dass man die Arbeiter entlassen werde, die nicht zum Dienst erscheinen, ist inzwischen abgeblasen worden. Zuletzt hat es eine Trauerperiode für die Mitte August getöteten 34 Arbeiter gegeben. Doch langsam hofft man bei Lonmin, dass die Arbeiter wieder in die Mine einfahren werden. Am Samstag haben sich 14.000 der 28.000 Mitarbeiter des drittgrößten Platinproduzenten der Welt zum Dienst gemeldet. Damit wächst die Zahl der Arbeitswilligen immer weiter an. Sie reicht jedoch noch nicht aus, um die Mine wieder in Betrieb zu nehmen.

Einige Arbeiter wollen weiter streiken, schon alleine aus Respekt vor ihren getöteten Kollegen. Diese sollen nicht umsonst gestorben sein, man will die Lohnerhöhungen durchsetzen. Die Arbeiter fordern einen Monatslohn von 12.500 Rand, nach Unternehmensangaben liegt das Monatsgehalt derzeit im Schnitt bei 9.800 Rand.

In der Platinbranche kann jede Gesellschaft einzeln die Löhne mit den Gewerkschaften aushandeln. In der Gold- und Kohlebranche gilt dagegen ein sektorweit einheitlicher Vertrag für das ganze Land. Somit ist die Platinbranche anfälliger für Arbeitsausstände. Die Unternehmen wollen künftig enger kooperieren, man setzt auf einen brancheneinheitlichen Vertrag auch beim Platin und will dem Beispiel der Goldgesellschaften folgen. Die Regierung soll dabei ebenfalls eingeschaltet werden.

Die Regierung soll zudem für einen Frieden zwischen den rivalisierenden Gewerkschaften National Union of Mineworkers (NUM) und Association of Mineworkers and Construction Union (AMCU) sorgen. Doch dies ist kein einfaches Unterfangen. Vor allem die AMCU wird als militant angesehen, die versucht, ihre Stellung mit drastischen Forderungen zu stärken.

Für Lonmin hat die Auseinandersetzung die Konsequenz, dass man das Jahresziel von 750.000 Unzen Platin nicht erreichen wird. Das macht Analysten hellhörig. Sie gehen davon aus, dass der Platinpreis spätestens im kommenden Jahr klar steigen wird. Südafrika sorgt für 80 Prozent der weltweiten Platinproduktion. Probleme am Kap wirken sich auf die weltweite Versorgung und den Preis des Rohstoffes aus. Bis zum Jahresende könnte Platin auf 2.000 Dollar je Unzen steigen. Momentan kostet die Unze rund 1.550 Dollar. Neben den jüngsten Problemen werden für den erwarteten klaren Anstieg weitere Entwicklungen in Südafrika verantwortlich gemacht. So halten es verschiedene Analysten für wahrscheinlich, dass im Land einige Minen geschlossen werden. Die hohen Arbeits- und Energiekosten werden als Gründe dafür angeführt. Das würde das Angebot drücken, der Markt würde mit höheren Platinpreisen reagieren.
 

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