Der größte Bergbaukonzern der Welt BHP Billiton (WKN 908101) hat die geplante 20 Mrd. Dollar teure Erweiterung seiner Kupferproduktion auf dem gigantischen Olympic Dam-Projekt auf Eis gelegt. Das Unternehmen meldet heute einen Gewinneinbruch von 35% in der zweiten Hälfte seines Geschäftsjahres. Das ist der erste Gewinnrückgang für BHP seit drei Jahren. Er ist auf steigende Kosten bei gleichzeitig fallenden Rohstoffpreisen zurückzuführen – eine Kombination, die auch anderen großen Rohstoffkonzernen zu schaffen macht. Sie alle leiden unter den niedrigeren Preisen für Eisenerz, Kupfer, Kohle, Nickel und Aluminium, die unter anderem auf das verlangsamte Wirtschaftswachstum des weltweit größten Rohstoffverbrauchers China zurückgehen.

BHPs CEO Marius Kloppers erklärte, der Konzern müsse die Expansion von Olympic Dam angesichts des schwierigen Marktumfelds neu begutachten. Ursprünglich sollte eine endgültige Entscheidung im Dezember dieses Jahres fallen. Es sei aber klar geworden, so Kloppers, dass die richtige Entscheidung für das Unternehmen sei, Studien durchzuführen, um eine weniger kostenintensive Option zum Ersatz der Untertagemine auf Olympic Dam zu finden.

Der Minengigant leidet zudem auch unter niedrigeren Erdgaspreisen und Streiks auf seinen Kohleminen. Die Bilanz wurde auch durch Abschreibungen von 2,5 Mrd. Dollar auf die Schiefergas- und Nickelassets des Konzerns sowie auf andere Projekte, darunter auch Olympic Dam, beeinträchtigt.

Den Gewinn der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres vor Einmalkosten beziffert BHP mit noch 7,16 Mrd. Dollar nach 10,98 Mrd. Dollar im Vorjahr. Im Vorfeld befragte Analysten waren sogar noch pessimistischer und von einem Gewinn von „nur“ 6,96 Mrd. Dollar ausgegangen. BHPs Gesamtjahresgewinn bis Ende Juni fiel von 21,7 auf 17,1 Mrd. Dollar.

In BHPs wichtigster Geschäftssparte Eisenerz ist die schwächere Nachfrage aus China besonders stark zu spüren. So hatte erst vor Kurzem der größte Eisenerzproduzent der Welt, die brasilianische Vale (WKN 897136), den schwächsten Quartalsgewinn seit zwei Jahren gemeldet.

BHP selbst hatte im Mai angekündigt, dass man die geplante Expansion der Geschäftstätigkeiten, die man sich 80 Mrd. Dollar kosten lassen wollte, so nicht durchführen werde. Seitdem warteten die Anleger darauf zu hören, ob der Konzern drei seiner größten Projekte – Olympic Dam, Outer Harbour (Eisenerz) und Jansen (Kali) – verschieben wird. Alle drei Projekte sollten eigentlich im Dezember 2012 genehmigt werden.

Auch Kostensenkungen werden im Fokus des Interesses stehen, zumal BHP vor einiger Zeit angekündigt hatte, dass man auf Grund der schwierigen Marktlage eventuell Stellen auf australischen Kohleminen streichen müsse.

Trotz alledem hob BHP die abschließende Dividende um 2 auf 57 Cent an. Damit lag man aber unter den Erwartungen der Analysten, die von 58 Cent ausgegangen waren. Die etwas niedrigere Dividende wurde als Zeichen der Vorsicht seitens BHP interpretiert.
 

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