Die meisten Länder denken derzeit aufgrund der höheren Rohstoffpreise über höhere Steuern bei Gold, Silber und Co. nach. Ein kleines Land in Westafrika macht dabei eine große Ausnahme. Sierra Leone kämpft noch immer damit, die Folgen des verheerenden Bürgerkriegs zu beseitigen. Der Krieg ist zwar schon zehn Jahre vorbei, die Folgen aber sind bis heute unübersehbar. Eine Konsequenz der kriegerischen Auseinandersetzung sind relativ leere Staatskassen. Wie allgemein üblich hat die Regierung auch in Sierra Leone versucht, die Haushaltslöcher mit höheren Steuern zu stopfen. Dazu hat man 2009 in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds verschiedene Entscheidungen getroffen. So wurden damals die Steuern unter anderem auf den Export von Gold erhöht. 5 Prozent des Exportwertes sollten an den Staat abgeführt werden.

Die Folge war ein Zusammenbruch des ohnehin kleinen Goldsektors. Wurden 2010 noch rund 270 Kilogramm Gold ausgeführt, brach die Summe 2011 auf 167 Kilogramm ein. Schon 2010 hatten die Goldexporte nur einen Wert von 9 Millionen Dollar, Tendenz sinkend. Die Steuer hat zum Erliegen der Goldexporte geführt. Es wird vermutet, dass die Schmuggeltätigkeit in jenen Jahren aufblühte, um die Steuerzahlungen zu umgehen.

Ähnliche Erfahrungen hatte Sierra Leone mit Diamantenexporten gemacht. Eine Steuererhöhung auf 6,5 Prozent hatte dem Sektor zu schaffen gemacht. Die Regierung reagierte und kürzte die Exportsteuer von 6,5 Prozent auf 3 Prozent. Damit zog der Export wieder an. Allerdings waren von der Steuersenkung nur kleine Diamantenförderer betroffen. Diamanten waren bis 2011 das wichtigste Exportgut des Landes, inzwischen ist die Spitzenposition an Eisenerz gegangen.

Dem guten Beispiel der Diamanten folgend hat die Regierung entschieden, auch beim Gold von den bisherigen Steuerplänen abzurücken. Man will hier ebenfalls einen Steuersatz von 3 Prozent für kleine Förderer einführen. Großproduzenten sind im Land bisher noch nicht vorhanden. Für die Branchengrößen soll der Steuersatz, falls die Notwendigkeit besteht, jedoch voraussichtlich bei 5 Prozent liegen. Bis der verringerte Steuersatz für Kleinproduzenten die parlamentarischen Hürden genommen hat, kann es noch einige Monate dauern. In der Folge setzt Sierra Leone dann auf ein Plus bei den Steuereinnahmen, da man auf verringerte Schmuggelaktivitäten beim Gold setzt. Man hofft, dass diese sich bei einem Steuersatz von 3 Prozent nicht mehr als lukrativ erweisen.
 

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