Die indische Regierung ist ärgerlich. Sie will, dass ihre Bevölkerung weniger in Gold investiert und sich mehr für andere Investitionsmöglichkeiten öffnet. Bisher ist Indien bei der Goldnachfrage weltweit die Nummer Eins vor China. Vor allem die Mittelschicht gibt ihr Geld für Gold aus. Das hat mehrere Gründe. Gold ist als Geschenk bei Hochzeiten und religiösen Feierlichkeiten sehr beliebt. In Indien sind jedoch auch die Zinsen niedrig, der Aktienmarkt teils unattraktiv und die Währung schwach.

Das Vertrauen der Mittelschicht in entsprechende Anlagevarianten ist begrenzt, teils sind solche Investitionen auch nicht lukrativ. Somit bleibt vielen nur die Flucht ins Gold, dessen Wert immer weiter ansteigt. Doch der Rohstoff ist nicht produktiv, die darin investierten Gelder können nicht arbeiten. Daher will die Regierung des Landes dafür sorgen, dass die Ersparnisse andere Wege gehen.

Sie will die eigene Bevölkerung dazu motivieren, verstärkt in Fonds und Versicherungen zu investieren. Dabei denkt sie vor allem an Lebensversicherungen und Krankenversicherungen. Möglicherweise werden die steuerfreien Sätze für solche Investitionen angehoben, damit sich das Umdenken noch mehr lohnt. Ob die traditionell goldfreundlichen Inder sich von solchen und anderen, noch zu verkündenden Maßnahmen wirklich beeinflussen lassen, bleibt offen. In diesem Jahr zieht die Goldnachfrage erneut an, obwohl die schwache Rupie das Edelmetall deutlich verteuert. Die Regierung muss erst für Vertrauen in ihre Politik sorgen, nur dann wird sie die Bevölkerung zu einem Umdenken bewegen können.