Kolumne von Björn Junker

South American Silver erhält Bestätigung über beabsichtigte Verstaatlichung seines Malku Khota-Projekts

Nun ist es also soweit: South American Silver (WKN A0MLL6) hat die offizielle Benachrichtigung von der bolivianischen Regierung erhalten, dass das Silber- und Indiumprojekt Malku Khota in dem südamerikanischen Land verstaatlicht wird. South American hatte die Arbeiten an Malku Khota über die 100%-ige bolivianische Tochtergesellschaft Compania Minera Malku Khota S.A. ausgeführt.

Im vergangenen Monat waren die Absichten der Regierung von Bolivien bekannt geworden, das Projekt zu verstaatlichen, nachdem es Streitigkeiten mit einer Minderheit der lokalen Gemeinden auf dem Projektgebiet gegeben hatte. Das Unternehmen zeigt sich sehr enttäuscht von dieser Entwicklung, da nicht nur 43 von 46 der lokalen Gemeinden das Projekt unterstützen, sondern man in den letzten Monaten auch mehrere explizite Zusicherungen erhalten hatte – darunter ein schriftlich festgehaltenes Abkommen mit dem Bergbauminister –, die besagten, dass die Konzessionen als gültig bestätigt wurden und dass das Unternehmen seine Explorationsaktivitäten fortsetzen solle.

Darüber hinaus wurde berichtet, das bolivianische Minister jüngst erklärt hätten, dass es sich bei anderen Verstaatlichungen um zuvor im Staatsbesitz befindliche Assets gehandelt habe, was bei Malku Khota eben nicht der Fall ist, und dass private ausländische Investitionen respektiert und von der Verfassung Boliviens geschützt seien.

Greg Johnson, CEO und President von South American Silver will auch weiterhin alle verfügbaren Kanäle nutzen, um möglicherweise doch noch eine gemeinsame Lösung mit der bolivianischen Regierung zu erzielen. Alternativ will man eine Kompensation für den vollen Wert des Projektes erlangen, selbst wenn es dafür nötig wäre, ein internationales Schiedsgericht anzurufen.

Allerdings weist South American Silver darauf hin, dass anderer Fälle der Verstaatlichung in Bolivien durch Verhandlungen oder Kompensationszahlungen gelöst wurden. Mehrere bolivianische Offizielle hätten zudem bereits öffentlich erklärt, dass South American ein Ausgleich zustehe. Insbesondere im Öl- und Gassektor, erklärt das Unternehmen weiter, hätten betroffene Firmen in der Vergangenheit nach einer Verstaatlichung noch neue Joint Venture-Vereinbarungen mit der bolivischen Regierung ausgehandelt.

Parallel zur Verfolgung aller möglichen Optionen zur Maximierung des Werts seiner bolivianischen Investitionen wird South American Silver die Entwicklung des zweiten, vielversprechenden Projekts des Unternehmens aggressiv vorantreiben, erklärte Johnson. Dabei handelt es sich um das Kupfer-, Gold- und Silberprojekt Escalones in Chine, das bereits eine geschlussfolgerte Ressource von 3,8 Mrd. Pfund Kupfer, 610.000 Unzen Gold und 16,8 Mio. Unzen Silber aufweist.

Das erste Bohrprogramm für dieses Jahr ist bereits abgeschlossen und das Unternehmen geht davon aus, dass die Analyseergebnisse der Bohrproben in den kommenden zwei Monaten vorliegen werden. Darüber hinaus will das Management von South American 2013 eine erste Bewertung der Wirtschaftlichkeit von Excalones vorlegen (PEA) und die Arbeiten an diesem nun noch wichtigeren Projekt beschleunigen.

Herr Johnson betrachtet die nahe Zukunft als Übergangszeit für sein Unternehmen. Man werde die Geschäftsstrategie anpassen und auf das Escalones-Projekt ausrichten, versuchen das Beste aus der Situation in Bolivien herauszuholen und sich Möglichkeiten widmen, die langfristig den Wert des Unternehmens für die Aktionäre steigern.

Unserer Ansicht nach ist es für Aktionäre wahrscheinlich am Sichersten, davon auszugehen, dass Malku Khota für das Unternehmen "verloren" ist. Sollte es dann doch noch eine Ausgleichszahlung oder eine Joint Venture-Vereinbarung mit der bolivianischen Regierung geben, wäre das Unternehmen zumindest mit einem "blauen Auge" davongekommen.

Beim aktuellen Kurs von 0,42 CAD wird South American an der Börsen derzeit mit gerade einmal 49,266 Mio. CAD (voll verwässert) bewertet. Dem gegenüber standen zum Ende des ersten Quartals nach Aussage des Unternehmens 38 Mio. CAD an liquiden Mitteln, so dass der Großteil der Marktkapitalisierung allein durch das Cash gedeckt ist. Wenn man nun bedenkt, über welches Potenzial das Escalones-Projekt verfügt, besteht die unserer Ansicht nach berechtigte Hoffnung, dass die Aktie wieder in die Spur kommt, wenn sich der bolivianische Staub erst einmal gelegt hat. Schlimmer als jetzt kann es, glauben wir, kaum kommen. Und sollte South American doch noch etwas an Wert aus Malku Khota ziehen, so unwahrscheinlich dies jetzt auch erscheinen mag, dürfte das auch nicht schaden.
 

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