Chinas Regierung zeigt durch vielfältige Investitionsplanungen seinen Willen auf, die Konjunktur anzukurbeln. Vor allem Kupfer reagiert auf jeden Impuls mit Kursausschlägen

105 Milliarden Euro will Chinas Hunan Provinz in der Zentralregion noch in 2012 ausgeben. Durch diese Investitionen sollen 195 Projekte das „Hinterland“ Chinas auf Vordermann bringen. Zu den Projekten gehören Flughäfen, der Ausbau des Verkehrsnetzes in den Städten, sowie Stadtentwicklung zur Verbesserung der Lebensbedingungen und bessere Positionierung von strategisch wichtigen Industrien.

China will so das wirtschaftliche Wachstum bei rund 8 Prozent stabilisieren, so scheint es. Das sind äußerst erfreuliche Ambitionen, denn der Rohstoffbedarf und damit die Rohstoffpreise sollten dadurch unterstützt werden und sich dadurch sogar positiv entwickeln.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass auffallend viele politische Positionen mit neuen Entscheidungsträgern besetzt werden, wohl um die Investitionspläne zu forcieren. Und wenn eine Region mir Erfolgen aufwarten kann, dann dürften andere Provinz-Fürsten dem Beispiel folgen. Doch dazu wird es nötig sein, dass auch von Peking aus Zeichen kommen, dass die Banken ihre Ausleih-Kriterien nicht zu rigide auslegen. Nur wenn die chinesischen Banken sich nicht scheuen, in den Provinzen die Projekte mit Krediten zu unterstützen, wird der Plan mittelfristig Erfolg zeigen.

Die Chancen, dass China seine Wirtschaft auf einem starken Wachstumspfad behält sind also gar nicht schlecht. So erwartet zum Beispiel die Hongkonger Standard Chartered Bank für Chinas Bruttoinlandsprodukt für 2012 immerhin ein Wachstum von 8,1 Prozent. Anscheinend weil die Konjunkturimpulse Erfolg zeigen sollten, gehen die Analysten sogar von einem Wachstum von 8,7 Prozent in 2013 aus. Nur die Mongolei dürfte dann noch wegen seiner großen in Produktion gehenden Kohle-, Eisenerz- und Kupfer-Projekte ein höheres Wirtschaftswachstum, nämlich rund 12 Prozent, vorweisen.

Optimismus für Chinas Konjunktur bedeutet natürlich auch Optimismus für die Preise vieler Rohstoffe. Insbesondere Kupfer dürfte profitieren, denn ein Ausbau der ländlicheren Regionen Chinas ist verbunden mit dem Ausbau der Elektrischen Leitungen und zum Beispiel verbesserter Wasserversorgung. Benötigte Leitungen und Rohre werden oft aus Kupfer hergestellt sein. Die Nachfrage nach diesem für die Entwicklung wichtigen Rohstoff wird also hoch bleiben.

Und auf der Angebotsseite müssen die Bergbaukonzerne erst einmal zeigen, dass sie das benötigte Material heranbringen können. Denn Streiks und Verzögerungen beim Aufbau neuer Minen hemmen in letzter Zeit immer wieder die reibungslose Produktion. Gehen die Analysten für 2012 im Durchschnitt noch von einem kleinen Angebotsüberschuss aus, so könnte es 2013 bereits problematisch werden. Die Analysten des US-Brokers JP Morgan Chase erwarten dann ein Kupfer-Defizit.

Nach einigen wilden Monaten für den Kupferpreis könnte es daher bald stark aufwärts gehen. Im Durchschnitt erwarten die Analysten der führenden Banken einen Preis von 8700 US-Dollar je Tonne bis zum Ende des Jahres. Aktuell schwankt der Preis seit Wochen um 7500 US-Dollar. Zwar gibt es auch immer noch Stimmen, die für 2013 einen Angebotsüberhang erkennen wollen, wie die Deutsche Bank, die von 260.000 Tonnen ausgeht, doch der Kreis wird immer kleiner. Daher stehen die Chancen tatsächlich gut, dass sich der Kupferpreis zumindest in die Richtung der von den Analysten erwarteten Notierung schleicht. Wer darauf eine Spekulation mit begrenztem Einsatz wagen will, könnte dies zum Beispiel mit einem Kupfer-ETC oder Partizipationszertifikat versuchen.