Kolumne von Björn Junker

Kupfer - Der nächste Preisanstieg naht

Kupfer gehört bisher zu den Rohstoffen, bei denen es ein Überangebot gab. Doch dies könnte sich bald ändern. Der Kupferpreis ist im laufenden Jahr äußerst volatil. Von Mitte Februar bis Mitte Juni ist er um 17 Prozent gesunken, in der Folge hat er sich wieder etwas erholt. Auf Jahresbasis steht ein minimales Plus von weniger als einem Prozent auf den Anzeigetafeln. Doch der Kurs könnte in den kommenden Monaten wieder nach oben gehen. Eine Reihe von Analysten hat ihre Modelle überarbeitet, man erwartet allgemein, dass das Überangebot an Kupfer deutlich geringer ausfallen wird als bisher prognostiziert. Einige Experten erwarten, dass es sogar zu einem Defizit kommen könnte.

Besonders deutlich ist die Veränderung der Einschätzungen bei JPMorgan zu erkennen. Dort hat man im Januar noch mit einem Überangebot von 259.000 Tonnen Kupfer im kommenden Jahr gerechnet. Inzwischen geht man von einem Defizit von 295.000 Tonnen aus. Bei Bank of America Merrill Lynch wird noch ein kleiner Überschuss von 7.000 Tonnen erwartet, die bisherige Prognose lag bei 120.000 Tonnen. Nur wenig verändert zeigt sich die Einschätzung der Deutschen Bank. 2013 soll es demnach einen Überschuss von 260.000 Tonnen Kupfer geben, bisher lag die Prognose bei 300.000 Tonnen. Der Konsens liegt derzeit bei 18.500 Tonnen Überangebot, am Jahresanfang betrug er noch 124.000 Tonnen.

Die veränderten Modellannahmen haben verschiedene Gründe. So glauben Experten, dass die Nachfrage aus China im kommenden Jahr um 6 Prozent zulegen wird. Die jüngsten Aktionen der Nationalbank sollen die Wirtschaft dort ankurbeln. Gelagert werden in China nach Schätzungen derzeit rund 500.000 Tonnen Kupfer, im April waren es noch 600.000 Tonnen. Auch in London und New York hat sich die Lagerhaltung klar verringert. Viele Kupferkäufer warten derzeit die Entwicklung in Europa ab und wollen ihre Käufe erst später realisieren.

Außerdem wird es für Bergbaugesellschaften immer schwieriger, ihr hohes Produktionsniveau zu halten. Manche Minen sind inzwischen am Ende ihrer Lebenslaufzeit angekommen, sie haben den Horizont längst überschritten. Besonders deutlich wird dies, wenn man sich die Mineralisierungsgrade ansieht. 2000 lag der Kupfergehalt je Tonne Gestein noch bei 1,3 Prozent, inzwischen kommt er auf 1,1 Prozent. Für die großen Konzerne wird es außerdem immer schwieriger, neue, lohnende Lagerstätten zu finden. Belastet werden ihre Finanzzahlen durch höhere Energiepreise und steigende Löhne. So kann der Kostenblock um bis zu 10 Prozent im Jahr ansteigen. All dies muss sich in den Kupferpreisen bemerkbar machen.

Entsprechend erwarten viele Experten, dass der Kupferpreis wieder nach oben gehen wird. Der Konsens rechnet bis zum Jahresende mit einem Preis von 8.700 Dollar je Tonne, das wären rund 1.000 Dollar mehr als derzeit pro Tonne bezahlt werden.

Solch ein Kursanstieg würde sich in den Bilanzen der Förderer bemerkbar machen und die Gewinne nach oben bringen. Der Konsens geht entsprechend von steigenden Aktienkursen bei den großen Rohstoffunternehmen aus. So wird erwartet, dass sich der Kurs von BHP (WKN: 850524) in den kommenden zwölf Monaten um 33 Prozent auf 40,20 Austral. Dollar erhöhen wird.
 

Hinweis: Die hier angebotenen Artikel stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die GOLDINVEST Media GmbH und ihre Autoren schließen jede Haftung diesbezüglich aus. Die Artikel und Berichte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine wie immer geartete Handlungsaufforderung dar. Zwischen der GOLDINVEST Media GmbH und den Lesern dieser Artikel entsteht keinerlei Vertrags- und/oder Beratungsverhältnis, da sich unsere Artikel lediglich auf das jeweilige Unternehmen, nicht aber auf die Anlageentscheidung, beziehen. Wir weisen darauf hin, dass Partner, Autoren und Mitarbeiter der GOLDINVEST Media GmbH Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten oder halten können und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Wir können nicht ausschließen, dass andere Börsenbriefe, Medien oder Research-Firmen die von uns empfohlenen Werte im gleichen Zeitraum besprechen. Daher kann es in diesem Zeitraum zur symmetrischen Informations- und Meinungsgenerierung kommen.