Beim Minenriesen kündigen sich strategische Veränderungen an. Man will sich auf eine kleinere Zahl von Neuprojekten konzentrieren, was den Rückzug aus einem europäischen Projekt bedeuten würde. Ebenso kündigen sich Veränderungen im Management an, während die Aktie sich um eine Bodenbildung bemüht.

Der Bergbauriese Rio Tinto (WKN: 855018) beerdigt einem Reuters-Bericht zufolge offenbar seine Pläne, sich an einem Eisenerzprojekt in Portugal zu beteiligen. Die Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf Personen, die dem Projekt nahe stehen. Dabei handelt es sich um das Moncorvo-Projekt im Norden des Landes, das als eines der größten Eisenerzprojekte in Europa gilt. Zwischen Rio Tinto und dem portugiesischen Staat hatte es Verhandlungen um die Konzession für das Areal gegeben, auf dem früher bereits produziert wurde. Die Eisenerzförderung wurde allerdings vor vielen Jahren eingestellt, da Moncorvo zu den damaligen Bedingungen nicht wirtschaftlich zu betreiben war.

Mit den höheren Rohstoffpreisen scheint das anders auszusehen, dennoch sieht man bei Rio Tinto wohl von den milliardenschweren Investitionen in Portugal ab. Der Konzern setzt auf andere Projekte, auch unter dem Eindruck des stärker werdenden Drucks von Seiten der Aktionäre und der Marktentwicklung. Darauf reagiert die australisch-britische Gesellschaft mit einer Konzentration auf wenige Neuentwicklungen, unter anderem Eisenerzprojekte in Westaustralien sowie das riesige Kupferprojekt Oyu Tolgoi in der Mongolei.

In Portugal geht man derweil davon aus, dass eine Wiederbelebung der Moncorvo-Bergwerke ohne Rio Tinto vonstatten gehen wird, auch wenn die Gespräche den Berichten zufolge rein formell noch nicht beendet seien. Für die Eisenerzvorkommen sollen sich noch weitere Bieter interessieren. Welche dies sind, ist unklar. Doch es ist absehbar, dass vor allem Investoren aus Ländern wie China oder Brasilien ein Auge auf die Erzvorkommen geworfen haben dürften.

Derweil kündigt sich bei Rio Tinto nicht nur eine Veränderung in der Strategie bei neuen Projekten an, wo sich das Unternehmen auf eine kleine Zahl an Neuentwicklungen konzentrieren will. Auch im Management des Konzerns wird es Veränderungen geben. Der langjährige Finanzchef von Rio Tinto, Guy Elliott, will sich Ende 2013 zurück ziehen. Mit Elliott geht ein „Urgestein" der Gesellschaft: Der Manager hat mehr als 30 Jahre für Rio Tinto gearbeitet. Ein Nachfolger ist noch nicht benannt.

Auch auf anderen Managementebenen der Company, dem sogenannten Executive Committee, wird es Veränderungen geben. So soll unter anderem Energy Chief Executive Doug Ritchie zukünftig Verantwortung für die Strategie tragen.

Derweil befindet sich die Aktie des Konzerns an der australischen Börse weiter in einer möglichen Bodenbildungsphase. Im Fokus steht dabei eine breite Unterstützungszone oberhalb von 52,83 Dollar, die auch am Donnerstag in den Fokus rückt. Der Aktienkurs von Rio Tinto geht in „Down Under" nach einem Tagestief bei 53,53 Euro mit 54,25 Dollar aus dem Handel. Ein Anstieg über 55,65 Dollar könnte erste charttechnische Impulse nach oben setzen, während die Zone unterhalb von 59,18 Dollar ein wichtiges Hindernis für die übergeordnete Tendenz darstellt.
 

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