Die Industriemetallpreise haben in den letzten Wochen und Monaten stark nachgegeben, da viele Marktteilnehmer befürchten, dass die chinesische Wirtschaft 2012 auf eine „harte Landung“ zusteuert. Allerdings zeigte sich vergangene Woche auf dem China Commodities Seminar von Barclays Capital, dass viele Teilnehmer mit einer weichen Landung rechnen und auch erwarten, dass das Gesamtjahreswachstum von Chinas BIP über der Schätzung der Pekinger Regierung liegen wird, die sich auf 7,5% beläuft.

Trotz der zuletzt negativen Stimmung in Bezug auf die chinesische Wirtschaft gibt es nach Ansicht von Experten gleich mehrere Punkte, die darauf hindeuten, dass die Industriemetallpreise wieder steigen könnten. So hätten viele Unternehmen 50 bis 75% volle Auftragsbücher und auch die Kreditbedingungen würden sich leicht verbessern.

Die aktuellen Lagerbestände würden sich aktuell auf niedrigem Niveau befinden, hieß es weiter, sie sollten aber basierend auf dem Marktumfeld in der zweiten Jahreshälfte wieder anziehen. Zwar könnte der Immobiliensektor die Wirtschaft belasten, doch Infrastrukturausgaben könnten das Wachstum ankurbeln. Die Nachfrage nach Industriemetallen würde auf Grund der Ausgaben für die Infrastruktur und Investmentstimuli angekurbelt. Und zuletzt hätten die Zinssenkungen der People’s Bank of China einen positiven Einfluss auf die Industriemetalle.

Die weitverbreitete Ansicht, dass Investitionen im Infrastrukturbereich die chinesische Wirtschaft in den kommenden sechs bis zwölf Monaten wahrscheinlich antreiben werden, sei für Rohstoffe und besonders Metalle positiv, erklärten die Experten von Barclays Capital. Man habe allerdings auch Zweifel bemerkt, dass sich eine Nachfragesteigerung vor dem vierten Quartal bemerkbar machen werde. Das deute darauf hin, dass es noch kaum eine direkte Auswirkung auf die Auftragsbücher gebe und Strukturrohstoffe wie Stahl und Zement zuerst profitieren dürften. Diese Ansicht aber, so die Experten weiter, lasse die positiven Aktivitäten in der Lieferkette außer Acht, die vor positiven Endnachfrageeffekten auftreten dürften.

Die chinesischen Unternehmen seien mit ihren Lagerbeständen nicht auf eine Verbesserung der Nachfragesituation im zweiten Halbjahr 2012 vorbereitet. Nur 22% der Teilnehmer einer diesbezüglichen Umfrage erklärten, dass ihre Lager voll oder sogar übervoll seien, während die große Mehrheit (62%) von der Hand in den Mund arbeite, so ein Bericht von Barclays.

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