Sorgen um die konjunkturelle Entwicklung und um Lagerbestände, die auf den Markt drängen könnten, belasten den Platinpreis. Die Preisentwicklung des Metalls begünstigt Desinvestments in der Branche. Die Kursentwicklung der Platinunze der vergangenen Wochen hat solche Trader nicht erfreuen können, die auf steigende Kurse bei dem Metall gesetzt haben. Der Blick auf den Future zeigt seit Ende Februar fallende Notierungen. Aus dem Bereich unterhalb von 174 Dollar ist der Future-Kurs bis in die Zone oberhalb von 142 Dollar zurückgegangen, bevor in den vergangenen Tagen eine erste Stabilisierung mit leichten Rückgewinnen eingesetzt hat. Ein Anstieg des Futures über 146,60/147,50 Dollar könnte der Erholung einen neuen Schub geben.

Dass die Erholung von Dauer ist, bezweifelt man am Markt. Der Ausblick für Platin wird derzeit nicht als besonders gut eingeschätzt. Ein Grund hierfür ist sicherlich die konjunkturelle Lage, zum Beispiel in der Automobilindustrie. Hier kommt Platin als Rohstoff für Katalysatoren zum Einsatz und die Branche, zum Beispiel Volkswagen, erwartet insgesamt ein schwieriges Jahr 2012.

Hinzu kommen zudem Lagerbestände von Erzen der Platingruppe, die in den vergangenen Jahren Medienberichten zufolge deutlich gewachsen sind. Es sollen zwischenzeitlich 4,5 Millionen Unzen auf der Halde liegen, heißt es, der Berg könnte auf 5 Millionen Unzen wachsen. Dies drückt auf die Preise, sodass auch Produktionsausfälle in Südafrika, dem mit weitem Abstand wichtigsten Platinförderer weltweit, nur wenig ins Gewicht fallen. Einen solchen Ausfall hat es zum Beispiel bei Impala Platinum (WKN: A0KFSB) durch massive Folgen einen Streiks gegeben.

Neue Anwendungen in der Wirtschaft, die den Überfluss abbauen könnten, sind nicht in Sicht. Stattdessen könnte die Nachfrage unter einer Wirtschaftsflaute leiden. Die Probleme mit den „auf Halde“ liegenden Platinreserven können daher wohl nur Produktionskürzungen lösen, heißt es aus der Branche.

Tatsächlich könnte die jüngste Preisentwicklung dazu ihren Beitrag leisten. Vor wenigen Wochen bereits hat Neville Nicolau, CEO von Anglo American Platinum (WKN: 856547), vor Desinvestments bei Platinprojekten gewarnt, wenn der Preis je Platinunze auf dem bisherigen Niveau des laufenden Jahres verharre. Um neue Investitionen in dem Sektor zu rechtfertigen, seien Platinkurse von mehr als 1.900 Dollar je Unze nötig. Kurse darunter schaden der Branche, so Nicolau.

Daher bleibt auch abzuwarten, wie schnell neu entdeckte Platinmineralisierungen an den Markt kommen könnten. Eine solche ist zum Beispiel aus Indien zu melden, wo der geologische Dienst des Landes an verschiedenen Orten mehr als 19 Millionen Tonnen Erze der Platinmetallgruppe ausgemacht hat. Den Großteil mit mehr als 14 Millionen Tonnen Erzen macht dabei ein Fund im indischen Bundesstaat Orissa aus. Von der Aufnahme der Förderung ist man bei diesen Vorkommen aber noch weit entfernt.
 

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