Wenn es um die Kursbewegungen bei Rohstoffen geht, geht es immer wieder vor allem um die Entwicklung der Nachfrage in den asiatischen Boomländern – allen voran China. Das gilt besonders für konjunktursensitive Rohstoffe, Eisenerz zum Beispiel. Der Rohstoff kommt in vielen volatilen Wirtschaftsbranchen zum Einsatz und kann deswegen auch als kleiner konjunktureller Frühindikator angesehen werden, allerdings als oftmals spekulationsgetriebener.

Aktuell steigen die Eisenerz-Spotkurse. Das hat vor allem mit Hoffnungen der Händler zu tun. Hoffnungen, dass sich die Nachfrage in China besser als bisher befürchtet entwickeln wird. Die Schwächezeichen der chinesischen Wirtschaft waren zuletzt nicht zu übersehen, doch das sind Vergangenheitsdaten. Am Markt setzt man nun darauf, dass vor allem eine gesteigerte Bautätigkeit die Nachfrage nach Stahl und damit auch nach Eisenerz wieder besser ausfallen lässt. Das hat die Spotpreise für Eisenerz gerade erst auf ein Mehrmonatshoch steigen lassen.

Doch es gibt auch Stimmen, die vor einem zu großen Optimismus warnen. In den aktuellen Kursen stecken Vorschusslorbeeren. Ob diese berechtigt sind, muss sich zeigen. Die Commonwealth Bank of Australia warnt daher nicht zu unrecht vor Druck auf den Kursen, wenn sich die Hoffnungen zum Beispiel auf eine Belebung der Bautätigkeit in China nicht erfüllen. Dann sei in den kommenden Wochen mit fallenden Eisenerzpreisen zu rechnen.