Nachdem jetzt alle Elemente des Periodensystem durch sind, müssen wir auf natürliche Erscheinungsformen von Kohlenstoff zurückgreifen. Bei Graphit handelt es sich um eine besondere Kristallanordnung der Kohlenstoffatome. Wenn diese sich ordentlicher und enger gepackt hätten, dann wären wohl Diamanten daraus geworden … Übrigens findet man Graphit und Diamanten nie im selben Gestein. Jetzt wollen „Einige“ mit Graphit abstauben – Vorsicht ist geboten.

Erinnert uns doch sehr stark an die Uranschwemme in 2005, das Überangebot von Kaliwerten 2007, die Lithiumpilze 2008 oder die vielen dann weniger Seltenen Erden 2009. Alle diese Phasen hatten Eines gemeinsam, die Bewertungen stiegen schnell und heftig und das meist zu recht, da Defizite entstanden waren, dann sprangen 50 oder 100 Firmen auf den Zug auf und brachten ihn zum Stillstand und die Kurse gingen heftig zurück. Das einzig Gute war: Geblieben sind in allen Sektoren die guten und nachhaltigen Werte.
 

Die nächste Welle rollt – Graphitaktien.

Sie werden in den nächsten Wochen sicher einige Unternehmen kennenlernen, die nach Graphit explorieren und mit Graden und Prozenten überzeugen wollen. Dabei ist der Markt laut Experten schon längst gut aufgeteilt und die Produktion der großen Hersteller seit Jahren gedrosselt. Motiviert sind die Unternehmen durch die stark gestiegenen Preise für hochreines Graphit (94 -97% Kohlenstoff). Dieser Preis war um über 30% gestiegen, im Übrigen genau der gleiche Grund für die obengenannten Hypes.

Wer wirklich eine Chance haben könnte sind Unternehmen, die neue Lagerstätten mit hochreinem und leicht abbaubaren Graphit erschließen können. Darauf sollten sie auf jeden Fall achten.

Die Entwicklung von Graphen (eine extrem leichte, flache hexagonale Atomschicht) und die Entwicklungen im Bereich der Nano-Graphite haben sicher zum Interesse an hochreinem Graphit beigetragen.

Erst vor zwei Jahren habe die beiden Physiker Andre Geim und Konstantin Novoselov genau hierfür den Nobelpreis erhalten. Graphit das gleiche Material, was auch in eurem Bleistift steckt. Die Atome sind in einem Hexagon (Sechseck) angeordnet. Hört sich eigentlich unspektakulär an. Geim erklärt es selbst so: “Alles in unserer dreidimensionalen Welt hat eine Länge, Breite und eine Höhe. Zumindest haben wird das gedacht.” und erweitern so mit ihrer Forschung unser Wissen über Materialien, die nicht dreidimensional sind, weil sie nur eine Atomlage dick sind. Ihnen fehlt förmlich eine ganze Dimension. (Quelle Quismodo)

Dann wäre da noch die technische sehr weit entwickelte synthetischer Herstellung, durch Verkoksen von kohlenstoffhaltiger Materialien entstehen graphitierbare Kohlenstoffe. Ausgangssubstanzen sind zum Beispiel Braunkohle, Steinkohle, Erdöl und Peche, aber auch Kunststoffe. Bei der Graphitierung erfolgt durch Erhitzen unter Luftabschluss auf etwa 3.000 °C noch eine Umwandlung vom amorphen Kohlenstoff zum polykristallinen Graphit. Der weltweit bedeutendsten Hersteller von künstlichen Graphit ist die deutsche SGL Carbon.

Fazit: Die Graphitwelle kommt und wir gut vorbereitet. Wer genau hinschaut findet die aussichtsreichen Unternehmen sehr schnell, Trittbrettfahrer vermeiden und wer konservative investieren will hat ja immer noch die etablierten Unternehmen zur Auswahl.