Rio Tinto (WKN 852147), der zweitgrößte Eisenerzexporteur der Welt, rechnet mit volatilen Preisen für den zur Stahlherstellung verwendeten Rohstoff im ersten Halbjahr 2012. Die sich verlangsamende Nachfrage von chinesischen Hüttenwerken und die möglichen Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auf die Weltwirtschaft trüben nach Ansicht des Konzerns die Aussichten.

Man glaube, dass in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres eine Periode der Unsicherheit mit hoher Volatilität durchlaufen werde, bevor die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2012 ruhiger verlaufen werde, erklärte Sam Walsh, CEO der Eisenerz- und australischen Division des Konzerns. Viele Marktteilnehmer würden darauf warten, dass insbesondere die Krise in Europa gelöst werde, dass zu erkennen sei, wohin sich die Weltwirtschaft bewegen wird.

Der Preis für Eisenerz, der seit Beginn des Jahres um 2,3% gefallen ist, könnte weiter zurückgehen, bevor die Nachfrage im zweiten Halbjahr 2012 wieder anzieht, hatte Rios Konkurrent Anglo American bereits im Januar erklärt. China, der größte Stahlhersteller der Welt, habe seinen Jahresausstoß 2011 so langsam gesteigert wie in den letzten drei Jahren nicht. Einige Hüttenwerke hätten Einbrüche beim Jahresgewinn von mehr als 50% gemeldet. Daran sei zu erkennen, so Walsh, dass es Probleme gebe.

Und die Stahlproduzenten hätten auch ihre Lagerbestände nach Ende des chinesischen Neujahrsfestes nicht wie sonst üblich aufgestockt, da sie sich Sorgen machen würde, dass die Regierung die Stahl intensiven Behausungs- und Infrastrukturprojekte nicht im gleichen Ausmaß wie bisher unterstützen werde, erläuterten die Analysten der UBS AG in Sydney.

Vale SA, der größte Eisenerzproduzent der Welt, hatte in der vergangenen Woche gemeldet, dass der Gewinn des vierten Quartals um 21% gefallen war, womit man die Erwartungen der Analysten verfehlte. Als Grund für die negative Entwicklung führte der brasilianische Konzern die niedrigeren Preise und die auf Grund der Schuldenkrise gesunkenen Transporte nach Europa an. Vale erklärte, man rechne mit einem „engen“ markt für Eisenerz im laufenden Jahr – auf Grund der steigenden chinesischen Nachfrage und einer begrenzten Angebotsexpansion.

Rio Tintos Walsh erklärte, dass der Ausblick für Eisenerz von einer robusten Nachfrage geprägt sei, auch wenn es auf Grund der schwierigen Wirtschaftslage in Europa und den USA Grund zur Vorsicht gebe. Es sei ein Glück, dass China eine gelenkte Wirtschaft habe und die Regierung sich verpflichtet habe, in die Grundlagen für die Urbanisierung und Industrialisierung des Landes zu investieren. Walsh erwartet trotz des abnehmenden Wachstumstempos in China mit einer „sanften Landung“ der dortigen Wirtschaft mit rund 8% Wachstum im laufenden Jahr.

Daten von Bloomberg zeigen, dass Rio Tinto im vergangenen Jahr rund 78% seines Nettogewinns aus dem Geschäft mit Eisenerz machte. Das Unternehmen arbeitet derzeit daran, seinen Eisenerzausstoß in der australischen Pilbara-Region bis zum nächsten Jahr um mehr als 50% auf 283 Mio. Tonnen zu erhöhen.
 

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