Kolumne von Björn Junker

Übernahmekampf im Uransektor - Cameco eröffnet nächste Runde im Bieterwettstreit um Hathor Exploration

Der größte Uranproduzent der Welt, die kanadische Cameco Corp. (WKN 882017), hat sein feindliches Übernahmeangebot für den Junior Hathor Exploration (WKN 936334) nachgebessert und damit den Einsatz im Bieterwettstreit um das im Athabasca Bassin tätige Unternehmen erhöht.

Die neue Offerte des Urangiganten hat einen Wert von 625 Mio. Dollar oder 4,50 Dollar pro Aktie in bar. Damit übertrumpft Cameco das freundliche Gebot des Bergbauriesen Rio Tinto (WKN 855018) von 4,15 Dollar pro Aktie und hebt seine ursprüngliche Offerte von 3,75 Dollar je Aktie um 20% an. Die Aktien von Hathor reagierten am gestrigen Montag mit einem Kursplus von fast 9% und schlossen bei 4,87 CAD. Wie es scheint gehen viele Anleger davon aus, dass Rio Tinto nun ein weiteres, höheres Gebot abgeben wird. Auch die Analysten von TD Securities sind der Ansicht, dass der Bieterkampf noch nicht zu Ende ist.

Eine Überraschung war das erhöhte Angebot von Cameco für den Markt jedenfalls nicht. Hathor hat einen signifikanten Uranfund im Athabasca Bassin in Saskatchewan gemacht und zwar ganz in der Nähe von Camecos eigenen Projekten. Damit würde das Unternehmen perfekt zu Cameco passen. Nach Ansicht von Tim Gitzel, Camecos CEO, stellt das neue Angebot einen attraktiven Aufschlag gegenüber der Offerte von Rio Tinto dar. Die Übernahme sei sinnvoll angesichts der Position des Konzerns im Athabasca Bassin.

Nun liegt der Ball also wieder im Feld von Rio Tinto. Der Konzern könnte es sich ohne weiteres leisten, mehr für Hathor zu zahlen, muss sich aber entscheiden, ob der Junior ihm das Wert ist. Rio Tinto will im Athabasca Bassin zum Zuge kommen und betrachtet die Übernahme von Hathor als ideale Einstiegsmöglichkeit in der Region. Derzeit wird das Athabasca Bassin von nur zwei Unternehmen beherrscht; dem französischen Atomkonzern Areva und eben Cameco.

Die Experten von TD Securities jedenfalls glauben, dass noch Potenzial für Rio besteht, das Cameco-Gebot auszugleichen oder zu überbieten. Nach Ansicht der Analysten sieht Rio Tinto eine größere Konsolidierungsgelegenheit im Athabasca Bassin. Camecos neue Offerte läuft erst einmal bis zum 29. November, könnte aber leicht verlängert werden.
 

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