Angesichts des zweitgrößten Goldpreiseinbruchs seit 1983 könnten Beobachter des Marktes der Ansicht sein, dass Investoren zuhauf ihre Bestände auf den Markt werfen. Ersten Daten aber zeigen etwas anderes.

Denn der Vertrauensverlust, der zu einem Rückgang des Goldpreises um 10% bis zum Handelsende am Montag führte, hat Investoren des größten mit Gold unterlegten ETF (Exchange Trade Fund) keineswegs veranlasst, in Massen zu verkaufen und auch Futures-Traders haben nicht massenhaft ihre Positionen aufgelöst.

Die Widerstandsfähigkeit von privaten und professionellen Tradern angesichts der Verkaufswelle – die angeblich zum Großteil von Hedge-Fonds ausgelöst wurde, die ihre Performance zum Quartalsende aufbessern wollen oder Nachschussaufforderungen in anderen Märkten nachkommen müssen – stützt die These, dass der Goldpreiseinbruch eine Korrektur war und nicht das Ende des Aufwärtstrends.

Sie scheint auch Spekulationen zu widerlegen, dass einzelne große institutionelle Halter des SPDR Gold Trust, des größten Gold-ETF der Welt, ihre Beteiligung liquidiert haben. Den die physischen Goldbestände des SPDR fielen während des viertätigen Einbruchs des Goldpreises um lediglich 0,8%, zeigen neueste Daten. Der Goldpreis hingegen war um bis zu 15% gefallen. Am Tiefpunkt lag der Goldpreis 20% unter seinem Rekordhoch von vor gerade einmal vier Wochen. Der nur geringe Rückgang der SPDR-Bestände ist beachtenswert, da viele Trader ursprünglich gefürchtet hatten, dass das Aufkommen von Edelmetall ETF – die vor fünf Jahren den Goldmarkt für viele private und institutionelle Investoren öffneten, in dem sie den Handel so einfach machten wie den mit Gold – zu erhöhter Volatilität in den Märkten führen würde.

Stattdessen scheinen eben diese Investoren an der Überzeugung festzuhalten, dass Gold langfristig beste Aussichten hat – angesichts der europäischen Schuldenkrise und der immer noch schwachen US-Wirtschaft. Die Experten von Vision Financial Markets, einem Futures-Broker glauben nicht, dass Anleger so einfach aus einer Position zu drängen sind, die sie auf Grund ihrer positiven, langfristigen Einstellung (zu Gold) eingegangen sind. Es bräuchte schon eine dramatische, fundamentale Veränderung, um die Ansicht zu ändern, dass Gold ein Sicherer Hafen ist. Es sei zwar ein aggressiver Preisrückgang zu beobachten gewesen, doch fundamental habe sich nicht viel geändert.
 

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