Es war ein geschäftiger Tag für den größten Goldproduzenten der Welt Barrick Gold (WKN 870450). Gleich mehrere Neuigkeiten zeigten, dass der Konzern sowohl sehr gute Aussuchten hat, als auch enormen Herausforderungen gegenüber steht.

Barrick gab am gestrigen Donnerstag bekannt, dass man zwei hochgradige Goldentdeckungen in Nevada gemacht hat, die beide großes Potenzial hätten. Doch nur Minuten später wurde den Anlegern auch mitgeteilt, dass die zu erwartenden Investitionskosten für das zu 50% im Besitz von Barrick befindliche Donlin Creek-Projekt in Alaska auf 7 Mrd. US-Dollar explodiert sind. Das ist eine Steigerung von mehr als 30% gegenüber der bisherigen Schätzung aus dem Jahr 2009.

Damit hatten die Aktionäre eine Menge Material zum Nachdenken auf dem Investorentag des Unternehmens in Toronto. Eine wichtige Schlussfolgerung, die viele zogen, war nach Berichten der kanadischen Presse, dass die verstörenden Neuigkeiten in Bezug auf Donlin Creek die neuen Funde in Nevada noch attraktiver erscheinen lassen.

Die Experten von Sprott Asset Management jedenfalls betrachten diese Entdeckungen als spektakulär. Dies seien wohl Lagerstätten, die relativ leicht abzubauen seien. Die Infrastruktur sei vorhanden und es handle sich um hochgradige Vorkommen. Die beiden neuen Entdeckungen namens Red Hill und Goldrush liegen in nur zwei Kilometer Entfernung voneinander auf Barricks Cortez-Liegenschaft. Auf Red Hill wurde bereits eine geschlussfolgerte Ressource von 3,5 Mio. Unzen identifiziert und bei Goldrush scheint es sich um eine noch aussichtsreichere Gelegenheit zu handeln, zumal die Gehalte mit mehr als 5 Gramm Gold pro Tonne deutlich höher liegen als auf Red Hill. Zahlreiche weitere Bohrungen sind bereits geplant, um zu bestimmen, wie viele Unzen Gold dort zu finden sind.

Barricks Senior Vice President für die Exploration, Rob Krcmarov, erklärte, dass dies „phänomenale“ Gehalte für potenzielle Tagebauprojekte seien. Die Funde sind zu 100% im Besitz von Barrick und liegen in einer Region, in der das Unternehmen bereits Minen betreibt und deren Geologie bereits gut verstanden wird. Das bedeutet, dass die Minenentwicklung relativ unkompliziert verlaufen könnte. Das steht im absoluten Gegensatz zu Donlin Creek, einem 50:50-Joint Venture mit NovaGold Resources, das buchstäblich im Nirgendwo liegt.

Dass die Kosten auf Donlin weiter steigen, ist eigentlich keine Überraschung, da es vielen Projekten der Branche so geht. Analysten und Anleger wurden von den 7 Mrd. USD dennoch überrascht, die 1 Mrd. USD für eine geplante Gaspipeline enthalten. Die Experten wiesen darauf hin, dass Barricks Board nun eine schwerere Entscheidung zu fällen habe, ob man das Projekt überhaupt genehmigt. Abgesehen davon muss NovaGold, ein Juniorunternehmen, nun mehrere Milliarden Dollar aus dem Hut zaubern.

Wenig überraschend konzentrierte sich Barrick auf dem Investorentag auf die Entdeckungen in Nevada und nicht auf Donlin Creek. Das Unternehmen nutzte die Neufunde als Beweis für seine Explorationserfolge insgesamt. Barrick wies darauf hin, dass man seit 1990 durch die Exploration 140 Mio. Unzen Gold gefunden habe, wobei die Kosten bei durchschnittlich 16 USD pro Unze lagen. Barrick plant, im Gesamtjahr 2011 zwischen 370 und 390 Mio. USD für die Exploration auszugeben.

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