Es ist nicht nur eine einfache Veränderung. In einer neuen Studie zur vorläufigen Bewertung der Wirtschaftlichkeit der Goldlagerstätte Livengood hat die kanadische International Tower Hill Mines (WKN A1C4CG) umfassende Änderungen an der Art und Weise vorgenommen, wie man die Lagerstätte abbauen will. Diese enthält bislang 16,5 Mio. Unzen Gold in den Kategorien gemessen und angezeigt.

Die neue Studie veranschlagt mehr Gold, ein längeres Minenleben, höhere Cashkosten und – am wichtigsten – keine Haufenlaugung mehr. Shirley Zhou, International Tower Hill Vice President of Corporate Communications, schreibt die größere, besser definierte Ressource ohne Haufenlaugung dem neuen CEO des Unternehmens, James Komadina, zu. Komadina war zuletzt Leiter der Nordamerikaabteilung des Minengiganten AngloGold und er ist ausgebildeter Metallurgieingenieur.

Ein Grund hinter diesem Schritt ist die Verarbeitungsleistung. Livengood liegt in unmittelbarer Nähe zu Kinross Golds Fort Knox-Mine, die sowohl Haufenlaugung als auch eine Mühle nutzt. Nachdem man genau beobachtet habe, welche Erfahrungen Kinross machte, so Zou, sei International Tower Hill aufgefallen, dass der Laugungshaufen im Winter sehr kalt werden könne. Und das kann die Goldgewinnung negativ beeinträchtigen. In den bisher vollendeten Studien hat International Tower Hill beispielsweise festgestellt, dass mit Haufenlaugung nur eine Gewinnungsrate von rund 70% zu erzielen ist, während es bei Einsatz einer Mühle 80 bis 90% wären.

Als International Tower Hill noch plante, auf Livengood mit einer Reihe von hochgradigen Tagebaugruben zu beginnen, erschien es sinnvoll dies zu Gunsten niedrigerer Kosten hinzunehmen. Doch jetzt, wo der Goldpreis erheblich höher notiert, hat sich das Unternehmen der Mantra „ go big or go home“ verschrieben. Der Fokus liegt nun auf einer großen effizienten Mine, die mehr Gold auch aus Erzen mit niedrigerem Goldgehalt gewinnen kann.

Mit der Kombination aus Haufenlaugung und Mühle, die im vergangenen Jahr angedacht war, hätte Livengood 833.000 Unzen Gold pro Jahr über ein Minenleben von 12,6 Jahren produziert. Jetzt schätzt International Tower Hill, dass man 562.000 Unzen Gold pro Jahr über 23 Jahre Minenleben produzieren könnte. Insgesamt sind das fast 3 Mio. Unzen Gold mehr.

Auf der anderen Seite steigen die Cashkosten pro Unze deutlich. Wurden in der alten Scoping-Studie noch 534 USD pro Unze Gold veranschlagt, geht die neue Studie von 703 USD aus. Dies ist auf gestiegene Kosten bei der Produktion aber auch auf die Verarbeitung von mehr Erz mit niedrigen Goldgehalten zurückzuführen.

Das bedeutet, dass die höheren Cashkosten eine Wette darauf sind, dass es sich lohnt mehr von diesem Erz mit den niedrigen Gehalten zu verarbeiten. International Tower Hill setzt darauf, dass es zwar so teurer ist die Unzen zu produzieren, es das bei dem hohen Goldpreis aber Wert ist, zu dem man sie verkaufen kann.

Ein weiterer Grund für die Abkehr von der Haufenlaugung scheinen politische und regulatorische Bedenken zu sein. Zhou gesteht ein, dass es schwieriger sein kann, Laugungsprozesses genehmigt zu bekommen. Zudem ist oft die Öffentlichkeit sehr besorgt, dass das verwendete Zyanid Schäden an der Umwelt hinterlassen könnte. Diesen Problemen geht man nun ebenfalls aus dem Weg.

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