Der NI 43-101 (Canada) und der JORC Standart (Australien) sind die wichtigste Richtlinie zur Bewertung von Ressourcen. Eine NI 43-101 konforme und/oder nach JORC Standart Ressource gilt als nachgewiesen, d.h. man kann davon ausgehen, dass es diese Rohstoffe auch tatsächlich gibt. Der Standard schreibt zudem vor, in welcher Weise Minengesellschaften wissenschaftliche und technische Erkenntnisse über ihre Projekte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen haben.

http://www.rohstoff.de/downloads/Klassifikationssysteme-zur-Einstufung-der-geologischen-Gewissheit-von-mineralischen-Rohstoffvorkommen.pdf

Was sagt der JORC Code aus?

Der Vergleich einzelner Kennzahlen macht natürlich nur Sinn, wenn diese genau definiert und für jede Gesellschaft bindend sind. Im Jahre 1971 erarbeitete das “Joint Ore Reserve Committee” (JORC) einen ersten Standard für die Nickel-Industrie.

http://www.rohstoff.de/downloads/what-is-the-jorc-code.pdf

Was sagt der NI 43-101 aus?

Die Verfügbarkeit von Rohstoffen in Form von Reserven und Ressourcen sind mittel- und langfristig entscheidende Kennzahlen eines jeden Bergbaubetriebes. Anhand dieser Zahlen können Anleger Gesellschaften untereinander vergleichen, sowie zukünftige Chancen und Risiken einer Investition besser abwägen.

http://en.wikipedia.org/wiki/NI_43-101

Dieser Standard wurde auf alle anderen Metallarten übertragen und ist heute bindend für alle börsengelisteten Minengesellschaften. Der neue internationale Standard (1997) entsprach weitest gehend dem australischen nationalen Standard.

Was bedeutet das?

„Reserven” (engl.: Reserves) und “Ressourcen” (engl.: Resources) sind Mengenangaben über Mineral- oder Erzvorkommen im Erdreich. Die sehr Genaue Einteilung und Bestimmung der Reserven- und Ressourcengrößen sowie ihrer Untergliederung unterliegt je nach Rohstoffart unterschiedlichen Richtlinien und Standards.

Zu diesen Rohstoffarten gehören:

Metalle wie Kupfer, Chrome, Eisen, Zink, usw.

http://de.wikipedia.org/wiki/Metalle

Edelmetalle wie Gold, Silber und Platinmetalle usw.

http://de.wikipedia.org/wiki/Edelmetalle#Edelmetalle_im_klassischen_Sinn

Andere Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Kohle, usw.

http://de.wikipedia.org/wiki/Rohstoffe

Für den Bereich der Edelmetalle gilt folgendes:

Reserven sind Vorkommen die mit großer Präzision erfasst werden und können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch produziert werden, d.h. sie sind wirtschaftlich abbaubar. Im Gegensatz zu den Ressourcen lassen Reserven eine verlässliche Bewertung zu, da sie mengen- und lagemäßig bekannt sind. Ressourcen können durch ein Gutachten über die derzeitige wirtschaftliche Abbaubarkeit in Reserven umgewandelt werden. Man unterscheidet hier ebenfalls zwischen „wahrscheinlichen“ (probable) und „nachgewiesenen“ (proven) Reserven.

Erklärungen zu Reserven:

proven = erwiesene Reserven
probable = wahrscheinliche Reserven

Ressourcen sind Vorkommen welche geologisch nachgewiesen sind, aber derzeit noch nicht wirtschaftlich abgebaut werden können.

Inferred bedeutet zu Deutsch; vermutete oder abgeleitete Ressourcen

Diese vermutete Ressourcen beruhen aufgrund von einzelnen Stichprobenbohrungen, welche weiter auseinander liegen. Aus diesem Grund können sie nur grob geschätzt werden. Deswegen dürfen diese Ressourcen nicht mit in eine Wirtschaftlichkeitsberechnung einfließen.

Indicated bedeutet zu Deutsch; angedeutete Ressourcen
Measured bedeutet zu Deutsch; berechnete Ressourcen

Durch weitere systematisch angelegte Probebohrungen können dann genauere Schätzungen der Lagerstätte vorgenommen werden. Nach dieser Auswertung nennt man diese überprüfte Ressource dann “Indicated” Ressources.

Im späteren Stadium werden diese Ressourcen dann von einem Explorer und oder auch natürlich auch Produzenten als “Measured” Ressourcen bezeichnet und ausgewiesen.

Wie wird nun aus einer Ressource eine Reserve?

Nach einer sorgfältigen Überprüfung der Lagerstätte (Wirtschaftlichkeit) durch mindestens einer Vormachbarkeitsstudie „Pre–Feasibility Studie“, welche nachweist das man den Rohstoff unter legalen und profitabeln gewinnen abbauen kann, erst nach diesem erfolgreichen Abschluss können die Ressourcen in Reserven gewandelt werden.

http://en.wikipedia.org/wiki/Mining_feasibility_study

Das vorhandene Erz muss dann weiterhin von einer unabhängigen Stelle noch mal überprüft und bestätigt werden. Wenn dies geschehen ist, dann läst das Unternehmen eine „Feasibility Studie“ zu Deutsch eine Machbarkeitsstudie anfertigen.

Die Machbarkeitsprüfung stellt den Hauptteil der Machbarkeitsstudie dar. Darin werden im Wesentlichen folgende Punkte abgehandelt:

  • organisatorische Umsetzung
  • wirtschaftliche Machbarkeit (z.B. Kostenrahmen, Finanzierung)
  • technische Machbarkeit
  • Ressourcen und Verfügbarkeit (z. B. Mensch, Maschinen, Flächen, Material und Zeit)
  • zeitliche Umsetzung
  • rechtliche Umsetzung

Somit ist die Machbarkeitsstudie eine erweiterte Machbarkeitsprüfung, die neben technisch-wissenschaftlichen Analysen auch Pilottests und Computersimulationen beinhaltet sowie Stichproben und Expertenbefragungen einschließt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Projektstudie

Wie kann eine Ressource zur Reserve werden?

Die Wandlung einer Ressource in eine Reserve kann nur mit “Indicated” und “Measured” Ressourcen erfolgen.

“Indicated” (vermutete) Ressourcen werden dabei in “Probable” (wahrscheinliche) Reserven gewandelt.

“Measured” Ressourcen werden dann in “Proven” (erwiesene) Reserven gewandelt.

Nun haben wir zum Schluss noch die „possible Reserves“ zu Deutsch, die möglichen Reserven. Hier bei handelt es sich lediglich um geschätzte Rohstoffmengen. Diese geschätzten Reserven, die aus den “Inferred” Ressourcen hervor gegangen sind, dürfen bei Veröffentlichungen nicht einzeln ausgewiesen werden, sondern nur als Ergänzung zu “Indicated” und “Probable” Ressourcen.

Anbei noch mal ein paar Erklärungen:

Machbarkeitsstudie
(Feasibility Study)

Abschließende Überprüfung der Umsetzbarkeit eines Minenprojekts. Sie gilt als Nachweis für die wirtschaftliche Abbaubarkeit der Ressource bzw. Reserve. Eine Machbarkeitsstudie wird in der Regel benötigt, um in Produktion gehen oder Fremdkapital aufnehmen zu können.

Vorläufige Wirtschaftlichkeitsbewertung
(Scoping Study)

Eine auch PEA (Preliminary Economic Assessment) genannte vorläufige Untersuchung zur Wirtschaftlichkeit eines Bergbauprojekts. Sie geht der Machbarkeitsstudie voran, ist aber erheblich weniger umfangreich und damit auch weniger kostenintensiv. Die Scoping Study dient auch dazu, zu beurteilen, ob die Erstellung einer teuren Machbarkeitsstudie gerechtfertigt ist

Lagerstätte

ist ein Begriff aus der angewandten Geologie und dem Bergbau für bestimmte Bereiche der Erdkruste, in denen sich natürliche Konzentrationen von festen, flüssigen oder gasförmigen Rohstoffen befinden, deren Abbau sich wirtschaftlich lohnt (bauwürdige Lagerstätte), oder in der Zukunft lohnen könnte (nutzbare Lagerstätte). Natürliche Anhäufungen von nutzbaren Erzen, Mineralien und Gesteinen, deren Abbau unwirtschaftlich ist, nennt man Vorkommen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lagerst%C3%A4tte