Der indischen Bevölkerung, die lt. einer Schätzung im heurigen Frühjahr rd. 20.000 Tonnen des gelben Metalls im Privatbesitz hält, soll damit die Möglichkeit geboten werden bei ihren Banken Golddepots zu eröffnen und dies werden dann für die Dauer der Einlage verzinst.

„Bitte lasst euer Gold nicht tot herumliegen“ so der Minister. „Gold ist immens wichtig für unser Land. Gold kann eine wirtschaftliche Macht für uns werden“.

Indiens Bevölkerung ist nach wie vor Topkonsument von Barrengold, den die Juweliere zu Schmuck und hochwertige Geschenke verarbeiten. Rund 1.000 Tonnen Gold konsumiert die indische Bevölkerung Jahr für Jahr. Der von der Regierung vorgeschlagene Weg soll mithelfen dass die Werte auch im Land verbleiben. Und vor allem um nicht wie im Jahr 2013 durch Goldimporte ein Staatsdefizit von rd. USD 190 Mrd. zu erleiden.

Die Importe nach Indien stiegen kontinuierlich an nachdem die Restriktionen für den Import weitgehend zurückgenommen wurden. Auch wenn Indiens Bevölkerung Gold in Massen kauft, so ist das gehaltene Zentralbankgold mit 557,7 Tonnen nach wie vor eher bescheiden und lässt Indien unter den Top 10 Ländern gerade mal den 9. Rang einnehmen.

Als Beobachter der globalen Märkte habe ich als Analyst von Miningscout diese Meldung auf der einen Seite als erfreulich für die Bevölkerung angesehen, anderseits läuten dabei bei mir aber alle Alarmglocken. Ein Land das seinen Bürgern Golddepots erlaubt und als „Zuckerl“ diese noch verzinsen lässt, könnte wohl wie zumeist in der Politik, dabei weniger an das Wohl der Bevölkerung denken, sondern an die durch Bankdepots leichtere Zugriffsmöglichkeit auf private Besitztümer. Goldmengen, die ansonsten weitgehend in der Anonymität verschwunden wären, werden durch diese Möglichkeiten legitimiert, zählbar und öffentlich. Mir geistern hier staatliche Maßnahmen im Kopf wie z.B. Zypern, wo der Staat sich an Spareinlagen vergriffen hat, oder Pläne, die in der EU herumgeistern und von Zwangshypotheken auf Privatbesitze zur Schuldenregulierung des Staates gesprochen wird. Kann denn bei einer abwertenden Währung und fortlaufender Staatsverschuldung denn nicht auch Indien zu solchen Maßnahmen greifen?? Ich will niemand Böses unterstellen, aber die Gefahr sehe ich allemal. Die Aussage des Premierministers, dass Gold immens wichtig fürs Land und die Wirtschaft wäre, wie ehrlich sie auch gemeint sein mag, sollte in Zeiten wie diesen nicht ganz kritiklos hingenommen werden.