Wenn man vor nicht all zu langer Zeit Berichte über Gold im Zusammenhang mit Südafrika las, hieß es stets: „Die höchsten Goldvorkommen“ oder „Die größten und tiefsten Minen der Welt“. Sieht man sich die Kennzahlen der Vergangenheit an, dann waren diese Attribute der Superlative durchaus gerechtfertigt.

Trug die Goldproduktion 1993 noch 3,8% zum Bruttonationalprodukt bei, so waren es 2013 nur mehr 1,7%. Von allen Verkäufen aus dem Bergbau hatte Gold im Jahr 1980 noch den beachtlichen Anteil von 67%. Davon verblieben 2014 nur mehr magere 12,4% und wurde längst von Kohle mit einem 27%-Anteil an den Mineralverkäufen überholt.

War Südafrika noch vor wenigen Jahren die unangefochtene Nummer 1 der Gold produzierenden Länder, so wurde das Land mittlerweile auf den 6. Platz zurückgereiht.

Den Wechsel von einer Top Goldregion zu einer nun mehr sehr geschrumpften zeigt die nachfolgende Statistik der monatlichen Goldproduktionen mehr als deutlich auf:

Gold Südafrika

Quelle: statistics south africa

Um 87% ist die Goldproduktion in der Zeit von Januar 1980 bis Januar 2015 zurückgegangen. Ein bemerkenswerter Absturz. Ob dies nun auf politische Entwicklungen zurück zu führen ist, oder auf die Tatsache, dass gute Goldvorkommen zwar immer noch vorhanden sind, jedoch zumeist in bereits unwirtschaftlichen Tiefen, darüber gibt die Statistik der Regierung keine Hinweise.

Gemessen an den Reserven des Edelmetalls weist die Statistik allerdings aus, dass diese in den nächsten 23 Jahren aufgebraucht sein würden. Zum Vergleich reichen die Vorräte an Kohle noch 119 Jahre und die von Platin noch 218 Jahre.

Anhand dieser Fakten ist zu erwarten, dass Südafrika als Gold produzierende Region weiteren Boden verlieren und mehr auf die Produkte Kohle, Mangan, Eisenerz, Chrom und Nickel umschwenken wird. Von der Diamantfront ist keine nennenswerte statistische Veränderung zu erkennen, sodass Südafrika bei der Edelsteinproduktion seine feste Marktgröße behalten wird.

Gänzlich wird Südafrika als Gold produzierendes Land nicht von der Bildfläche verschwinden, aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass ein Aufschwung in den nächsten Jahren erkennbar wäre.

Quelle: http://beta2.statssa.gov.za/?p=4252