In Junior-Minenaktien zu investieren ist ein hartes Geschäft mit hohen Risiken. Investoren sollten sich gut vorbereiten, bevor sie ihr Geld in die kleinen Gesellschaften des Bergbausektors stecken. Den hohen Risiken stehen zwar enorme Gewinnchancen gegenüber, wenn die Unternehmen bei der Entwicklung von Rohstoffvorkommen Erfolge vorweisen können. Doch der Weg von den ersten Untersuchungen eines Gebietes bis zur Aufnahme der Produktion in einer neuen Mine ist lang und nur selten erfolgreich.

Brent Cook von „Exploration Insights“ ist ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Rohstoffaktien. Seine langjährige Erfahrung und sein Engagement im Sektor lässt ihn aber nicht in eine „Dauereuphorie“ für Juniors verfallen, die in den vergangenen Jahren immer wieder am Markt zu sehen war. Im Gegenteil: Aktuell ist Cook eher vorsichtig bei seinen Investments und rechnet damit, dass die Bodenbildung im Junior-Minensektor noch weit ins kommende Jahr anhalten kann. Dennoch glaubt Cook, dass die aktuelle Marktlage gute Chancen für Investoren bereit hält, wenn diese sich sehr selektiv bei ihren Aktienkäufen zeigen. Neun Tipps hat der Experte für Börsianer, die helfen sollen, gute Aktien zu finden.

1) Die geologischen Daten und Schlussfolgerungen

Ohne Erkenntnisse zu Bohrplätzen und geologischen Zusammenhängen stochern alle im Nebel – Management, Investoren, Geologen. Um ein Projekt bewerten zu können, müssen umfangreiche Daten vorliegen, diese in einem nutzbaren Format aufbereitet sein und auch verstanden werden. Immer wieder zeigen Projekte, dass es an diesem Verständnis mangelt, was Probleme und Fehler verursacht.

2) Mitteilungen des Unternehmens

Die Company sollte eine Nachricht für alle verständlich aufbereiten – eine einfache, aber ehrliche Zusammenfassung für den technisch nicht so bewanderten Leser, zusätzliche Infos für die, die mehr wissen wollen. Die Highlights der Explorationen seien nicht immer wichtig, so Cook, wichtige Infos verstecken sich meist in den weniger spektakulären Resultaten. Die werden, ebenso wie Fehlschläge, aber gerne verschwiegen.

3) Historische Daten

Auf vielen Projekten, an denen derzeit gearbeitet wird oder auf denen Explorationsaktivitäten geplant sind, haben früher schon einmal andere Gesellschaften gearbeitet. Diese Informationen sollten zumindest vorliegen und zugänglich sein, zum Beispiel über Karten oder technische Berichte.

4) Handelbarkeit der Aktien und Aktionärsstruktur

Anleger sollten sich unter anderem über die Liquidität der Aktien, mögliche Verwässerungen durch Optionen oder auch auslaufende Haltefristen und die Aktionärsstruktur informieren. Insbesondere ausgelaufene Haltefristen können einen Aktienkurs kurzfristig durch gesteigerte Verkäufe belasten.

5) Aktienzahl und Börsenwert

Es ist für einen Anleger natürlich von einem enormen Interesse, wie hoch ein Unternehmen bereits bewertet ist. Cook bemängelt, dass überraschend viele Gesellschaften im Bergbausektor keinerlei Informationen über zentrale Daten wie zum Beispiel die Aktionärsstruktur oder das ausgegebene bzw. voll verwässerte Aktienkapital online bereit stellen. Das sei wie in einem Laden einzukaufen, in dem keine Ware mit einem Preis ausgezeichnet sei, so Cook.

6) Art des Rohstoff-Deposits

Rohstoffvorkommen ist nicht gleich Rohstoffvorkommen. Bei einigen geologischen Strukturen und Deposittypen gibt es nur geringe Wahrscheinlichkeiten, dass hier ein interessantes Rohstoffvorkommen zu finden ist. Daran ändern auch einzelne gute Bohrtreffer nichts, so Cook, denn einige Depositformen bringen regelmäßig nur kleinere und schwierig abbaubare Vorkommen heraus.

7) Metallurgie des Vorkommens

Für Cook ist dies ein Schlüsselfaktor, denn Unternehmen verbrennen seiner Meinung nach viel zu viel Geld für Explorationsarbeiten auf Vorkommen, die sich gar nicht wirtschaftlich abbauen lassen. Eine gute Gesellschaft untersuche daher die Metallurgie eines Vorkommens so früh wie möglich.

8) Die Deal-Struktur eines Rohstoffprojekts

Ob ein Rohstoffabbau möglich und lukrativ ist, hängt nicht allein von den Bohrergebnissen und der Metallurgie ab. Eine Menge anderer Faktoren kommt hinzu, die wichtig sind. Cook nennt unter anderem Kosten für Land und Royalty-Zahlungen, unter anderem aber auch Steuern und Rückforderungsklauseln als mögliche Faktoren, die für ein Projekt oder gleich das ganze Unternehmen bedrohliche Folgen haben können. Dasselbe gelte für die Verschuldung einer Company.

9) Das Team

Es sei zwar möglich, mit Lügnern, Idioten und Betrügern Geld zu verdienen, so Cook, er bevorzuge aber, mit solchen Leuten nicht zusammen zu arbeiten.