Miningscout Chefredakteur Erwin Matula sprach mit dem Edelmetallspezialisten & Gründer von Hartgeld.com, Dipl. Ing. Walter Eichelburg , über die aktuelle Situation, Entwicklungen und Handlungsempfehlungen für Anleger bei Gold, Silber & Minenaktien. Weitere Artikel & Marktkommentare von Walter Eichelburg finden Sie unter https://hartgeld.com.

Erwin Matula: Sehr geehrter Herr Eichelburg, sie verfolgen konsequent den Goldmarkt. Wie ist ihre persönliche Einschätzung über die momentane Situation? Sind die Zeiten bereits reif für eine nachhaltige Erholung?

Walter K. Eichelburg: Man lässt den Goldpreis jetzt kontrolliert wieder hoch, nachdem von Chinesen und westlichen Insidern alles verfügbare Gold am Markt aufgelesen wurde. Ja, diese Erholung wird nachhaltig sein und im Abbruch des aufgeblasenen Finanzsystems führen.

Walter K Eichelburg

Dipl. Ing. Walter K. Eichelburg

EM: Viele Stimmen am Markt behaupten, dass der Goldmarkt von diversen Kräften permanent negativ beeinflußt wird. Können Sie uns ihre Sicht der Dinge erläutern?

WKE: Der Goldmarkt wird schon lange, seit den 1960er Jahren manipuliert. Angefangen hat das mit dem London Gold Pool, der 1968 aufgegeben werden musste. Auch seit den 1990er Jahren wurde der Goldpreis fleissig gedrückt, um die Konkurrenz zum Papiergeld niederzuhalten. Seit April 2013 gibt es eine Monster-Preisdrückung, um das letzte Gold aus dem Markt zu schütteln, die endet jetzt.

EM: Speziell in letzter Zeit ist ein verstärkter Käufermarkt aus den asiatischen Räumen zu beobachten. Darüber hinaus gewinnen die asiatischen Goldbörsen in Hongkong und Shanghai immer mehr an Bedeutung. Sehen sie hier die Chance einer Verschiebung der Kräfte von West nach Ost?

WKE: Ja, es gibt eine Verschiebung des Reichtums vom Westen nach Asien, zuerst die Industrie, dann das Gold. Die Bevölkerung Asiens ist viel gold-affiner als im Westen. Der Westen wird dafür bezahlen, wenn unsere Papiergelder untergehen, was bald der Fall sein wird.

EM: Wäre es ihrer Meinung nach vorteilhaft würden die asiatischen Goldbörsen mehr Einfluß auf den Goldmarkt gewinnen, oder wären damit auch Gefahren für den Goldpreis verbunden?

WKE: Die asiatischen Goldbörsen sind mehr auf das physische Metall orientiert, während im Westen es über 100 mal so viel Papiergeld wie Metallgold gibt. Aber noch kann der Westen über sein Papier den Goldpreis kontrollieren – nicht mehr lange.

EM: Sehen sie die Zeit für reif, jetzt bereits sich verstärkt in Goldaktien zu positionieren? Oder werden wir nochmals Rückschläge sehen?

WKE: Die Zeit der grossen Rückschläge beim physischen Gold wie auch bei den Minenaktien dürfte vorbei sein, auch wenn es natürliche Kursschwankungen immer gibt. Die Minenaktien haben einen Hebel gegenüber dem Metall, nach oben wie nach unten. Es ist bei beiden jetzt Zeit einzusteigen.

EM: Halten sie das “Zurückfahren” der Notenpresse in der USA als verfrüht, oder als eine richtige Entscheidung? Welche Auswirkungen sind damit für den Goldpreis in der kommenden Zeit zu erwarten?

WKE: Die ganze Geschichte mit dem “Tapering” ist vermutlich nur zur Ablenkung. Natürlich druckt die Fed weiter, denn sonst würden die Zinsen massiv steigen. Eine Auswirkung auf den Goldpreis wird von den Analysten immer beschrieben, ist aber real nicht vorhanden.

EM: Haben sie für interessierte Leser bestimmte Verhaltenstipps für deren Portfolio und Gold als Beimischung parat?

WKE: Es ist jetzt Zeit, bei physischem Gold und Silber, sowie Minenaktien “All In” zu gehen, denn nur so wird man die kommenden Währungsreformen ohne Verluste überleben.

EM: Vielen Dank für das Interview.