Die Analysten der Schweizer Großbank UBS sind für den Rohstoffsektor insgesamt weiterhin vorsichtig. Die Experten befürchten bei Schlüsselrohstoffen Preisrückgänge, die allerdings unterschiedlich stark ausfallen sollen. Bis 2015 rechnet man zum Beispiel für Thermalkohle mit einem 5-prozentigen Rückschlag, während Kupfer um 10 Prozent und Gold sogar um 15 Prozent fallen sollen.

Verantwortlich für den erwarteten Goldpreisrückgang werden nach Meinung der UBS-Experten vor allem die Tapering-Effekte sein. Eher überraschend ist, dass die Experten eine eingetrübte physische Goldnachfrage erwarten. Das passt zum Teil allerdings überhaupt nicht zu dem Bild, das die vergangenen Quartale mit einer hohen Nachfrage unter anderen nach Goldmünzen gezeigt haben, vor allem aus Asien. Abzuwarten bleibt aber, wie sich die Nachfrage nach Gold im ETF-Sektor entwickelt, nachdem es hier 2013 zu enorm hohen Abflüssen kam.

Allerdings haben die Analysten der UBS ihre kurzfristigen Preiserwartungen für Kupfer und Eisenerz angehoben. Die Experten verweisen in dem Zusammenhang auf eine robuste Nachfrage aus China, ebenso auf ein schwaches Angebotswachstum von Seiten der brasilianischen Rohstoffkonzerne der beiden Sektoren. Bei Aluminium und Nickel wird aufgrund eines Überangebots der kurzfristige Preisausblick gesenkt, obwohl die Ereignisse in Indonesien um den Erz-Exportbann die Bauxit- und Nickelmärkte massiv beeinflussen können. Die Preiserwartungen für Gold und Kohle bleiben unverändert, während die Marktbeobachter bei Platin in den kommenden Jahren eine Kurserholung erwarten – unter anderem aufgrund einer steigenden Nachfrage aus der Industrie. Kurzfristig allerdings kürzt man auch hier die Kursziele.

Trotz der doch recht zurückhaltenden Aussagen zum allgemeinen Rohstoffmarkt kommen von der UBS Kaufempfehlung für einzelne Aktien aus der Branche. Man bevorzuge zurzeit Titel mit einem robusten Gewinn je Aktie und einem Momentum beim freien Cashflow, heißt es in einer aktuellen Studie der Schweizer Bank.

Eine Heraufstufung auf „buy“ gibt es von der UBS für die Aktie von Anglo American (ISIN: GB00B1XZS820). Zuvor war das Papier mit „neutral“ eingestuft. Zugleich hebt man das Kursziel für die Aktie von 1.500 Britischen Pence (GBp) auf 1.580 GBp an. Die Hochstufung wird mit der jüngsten Underperformance des Titels begründet.

Kaufempfehlungen gibt es zudem für zwei weitere Blue Chips des Bergbausektors: BHP Billiton (ISIN: GB0000566504) und Rio Tinto (ISIN: GB0007188757). Beide Einstufungen werden von Seiten der UBS somit bestätigt, allerdings heben die Analysten die Kursziele der beiden Titel an. Während das Plus für die BHP-Aktie von 2.020 GBp auf 2.090 GBp noch moderat ausfällt, liegt das neue Kursziel der UBS für Rio Tinto mit 4.040 GBp schon deutlicher über der Kurszielmarke, die die Analysten bisher bei 3.610 GBp gesehen haben. Höhere Kursziele gibt es zudem für die Aktien von Antofagasta (ISIN: GB0000456144), Glencore (WKN: JE00B4T3BW64) und Kazakhmys (ISIN: GB00B0HZPV38).

Allerdings gibt es auch Abstufungen, die die UBS vornimmt. Nach unten geht es für die Kursziele der Papiere von Aquarius Platinum (ISIN: BMG0440M1284) und Lonmin (ISIN: GB0031192486), die Aktien bleiben aber beide mit „Neutral“ eingestuft. Von „Buy“ auf „Neutral“ geht es dagegen für den Anteilsschein von Ferrexpo (ISIN: GB00B1XH2C03) nach unten. Als Grund hierfür nennt die UBS das politische Risiko in der Ukraine, das sich erhöht habe. Das Kursziel der Aktie sinkt von 225 GBp auf 190 GBp.