Eigentlich ist es paradox: Da streiten die Politiker in den USA um die Staatsfinanzen, ein Zahlungsausfall der weltweit größten Volkswirtschaft droht – und der Goldpreis sinkt. Eigentlich müssten die Anleger aus Sicherheitsgründen ins Gold flüchten, müsste man auf den ersten Blick denken. Doch dem ist nicht so. Stattdessen geht der Goldpreis zurück und fällt unter erste wichtige Unterstützungsbereiche, die sich unterhalb von 1.278 Dollar zeigen.

Der fortschreitende Verfall hat einige Gründe, die sich zeigen, wenn man am Markt etwas genauer auf die Details blickt. Die Börse glaubt nämlich nicht einmal im Ansatz daran, dass der US-Haushaltsstreit eskaliert. Tatsächlich scheint es, so die jüngsten Nachrichten, auch eine erste Annäherung zwischen den Demokraten um Präsident Barack Obama und der republikanischen Opposition zu geben. An der Börse setzt man fest auf eine Einigung. Das Geschehen am Goldmarkt, insbesondere bei den ETFs und am Terminmarkt, ist äußerst ruhig. Von starkem Absicherungsbedarf ist keine Rede, das Handelsvolumen ist schwach. Dies weise eher auf eine abwartende Haltung der Marktteilnehmer hin, so das Fazit der Experten bei Credit Suisse.

Die Analysten der Schweizer Bank sind zumindest kurzfristig nicht besonders optimistisch für den Goldpreis. Auf Dreimonatssicht sieht man das Kursziel für die Feinunze bei 1.250 Dollar, mithin nicht weit unter dem aktuellen Preis, aber dennoch schwächer. Selbst ein möglicher, wenn auch als sehr unwahrscheinlich eingeschätzter Zahlungsausfall der USA sei kein Grund für steigende Goldpreise, so die Analysten der Credit Suisse. Als Grund nennen die Experten unter anderem die Maßnahmen Indiens, um den Goldimport zu begrenzen. Das habe dazu geführt, dass es keine Unterstützung vom physischen Markt gab – Indien ist einer der wichtigsten Goldverbraucher, das gilt vor allem für die Schmuckindustrie des Kontinents.

Doch da ist noch eine andere Perspektive, die Gold-Investoren beachten müssen: Die längerfristige. Da wird entscheidend sein, wie sich die US-Notenbank beim „Quantitative Easing“ weiter verhält. Die stark stimulierenden Maßnahmen der Fed gelten als wichtigster Faktor für die Hausse des Goldpreises, der 2011 bei 1.921 Dollar sein bisheriges Top fand. Seitdem hat ein Favoritenwechsel hin zum Aktienmarkt eingesetzt, doch die Rollen könnten sich auch wieder drehen.

Dabei könnte die nun wohl geregelte Nachfolge des US-Notenbankchefs Ben Bernanke eine wesentliche Rolle spielen. Seine designierte Nachfolgerin Janet Yellen gilt als Vertreterin einer expansiven Geldpolitik, was den Goldpreis zukünftig stützen dürfte. Dass die Fed das „QE“ zeitnah zurückfahren wird, darf also nicht nur aus diesem Grund längst noch nicht als ausgemachte Sache gelten. Viele Marktkommentatoren bezweifeln, dass die US-Wirtschaft ohne „QE“ auskommen kann. Daher dürften weiterhin die US-Konjunkturdaten wesentlichen Einfluss auf den Goldpreis ausüben.

Kurzfristig macht zudem noch ein Blick auf die Charttechnik Sinn. Der Goldkurs trifft unterhalb von 1.278 Dollar auf einen breiten Supportbereich, dessen untere Begrenzungen am Freitag getestet werden. Wird die Zone unterschritten, könnte es sogar noch einmal zu einem Test der Tiefs aus Juni und Juli dieses Jahres kommen. Dagegen wäre charttechnisch ein Rebreak über die 20-Tage-Linie als Kaufsignal zu sehen, das die Lage deutlich entspannen würde: Seit Mitte September scheitert der Goldpreis immer wieder an diesem gleitenden Durchschnitt.

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