In den letzten Ausgaben des Casey Researchs wurde dokumentiert, warum Gold einen Rebound erleben sollte, und welch großen Profit dies mit sich bringe. Der bullische Goldzyklus werde demnach in einer Manie für die Rekordbücher enden. Und dies läge nun eindeutig vor uns.

Doug Casey, Rohstoffkoryfäe und Chairman von Casey Research, vertritt seit längerem die Meinung, dass, wenn die Masse der Investoren einmal munter wird und erkennt, dass man Gold besitzen muss und den verbundenen Profit in den Goldaktien haben will, dann wird die Flut an Kapital ähnliche Auswirkungen haben, als würde man den Hoover Damm durch einen Vorgarten leiten.

Ok, das ist jetzt vielleicht ein wenig poetisch. Aber was sagen uns die Zahlen?

Andrey Dashkov hat in seinem Artikel „Gold Sector: A Small Fish in a Big Pond“ einen Blick auf die relevanten Fakten ermöglicht. Doch zuvor noch eine Bemerkung: Wie kann es sein, dass Investoren weltweit einem verrückten Ponzi-Schema wie Papiergeld und haluzinösen Derivaten nachjagen und dabei gänzlich vergessen, dass es die Industrie ist, die Werte schafft? Da ist etwas nicht in Ordnung mit dem „big picture“. Wenn der Allgemeinheit das klar wird, dann ändert sich alles – und dann kann man sich glücklich schätzen Eigentümer der einzigen Anlageklasse zu sein, die nicht gleichzeitig die Verschuldung eines anderen ist: GOLD!

Nun aber zum Ansatz des Analysten Andrey Dashkov

In seinem Werk bezieht er sich auf einen Bericht von Jeff Clark, der in seinem Artikel auf „eine seltene Anomalie im Goldsektor“ hinwies, indem der Goldsektor im Preis-Buchwert-Verhältnis dramatisch unterbewertet sei. Demnach hat Dashkov nur 31 Goldproduzenten gefunden, die eine Marktkapitalisierung von über 1 Mrd. USD haben. Extrem wenige, wenn man bedenkt, wie viele Goldproduzenten es weltweit gibt.

Der nachfolgende Chart gibt einen Überblick über 6.830 Gesellschaften aus allen Industriegruppen, aber alle mit einer Marktkapitalisierung von über 1 Mrd. USD. Sie werden an verschiedenen Börsen weltweit gehandelt, bieten aber einen guten Vergleich zum Goldsektor.

Gegenübergestellt wird die Anzahl der Unternehmen.

Unternehmen mit über 1. milliarde Marktkapitalisierung

Quelle: Casey Research / Capital IQ

Es ist unschwer erkennbar, dass die reinen Goldproduzenten bei der Marktkapitalisierung nur einen verschwindend kleinen Anteil ausmachen. Sogar innerhalb aller Bergbaubetriebe (229) sind sie nur eine kleine Nummer. Und die Bergbaubetriebe sind nur ein kleiner Teil der Kategorie „Materials“ mit rd. 600 Betrieben, wo chemische Betriebe, Konstruktionsbetriebe, Container u.s.w. enthalten sind.

Auffällig ist, dass in der Finanzgruppe 3 mal mehr Unternehmen angesiedelt sind als in der gesamten „materials“-Kategorie. Weiters sind in der Finanzkategorie 470 Liegenschaftsunternehmen enthalten, die eine MK von über 1 Mrd. USD ausweisen.

Wie sieht der Gesamtmarktwert der jeweiligen Kategorie aus?

Gesamte Marktkapitalisierung der Milliarden-Unternehmen
Quelle: Casey Research / Capital IQ

Auch hier sind die Goldproduzenten absolutes Schlusslicht, auch wenn sie rd. 16,5% der Kategorie Metals und Mining ausmachen. Die Milliarden-Dollar-Goldunternehmen sind in Summe nur so viel Wert wie 0,9% der Untenehmen in der Finanzkategorie.

Die beiden Charts machen es überdeutlich, dass die Goldaktien nur ein winziges Körnchen im Universum der Aktiengesellschaften ist. Das ist wichtig zu erkennen, denn es zeigt, wie diese kleine Branche überflutet werden könnte, wenn das große Universum der Finanzkategorie beginnt, sich für diesen Sektor zu interessieren.

In der Zwischenzeit bleiben die Goldaktien jedoch weiter unterbewertet. Auch auf historischer Basis und nach der Analyse von Preis-Buchwert-Verhältnissen ebenso.