Die Preise für Gold, Silber, Kupfer, Uran und Eisenerz fallen weiter und die Minengesellschaften müssen verstärkt Kosten sparen. Eine Möglichkeit, um dies zu realisieren, ist der Abbau von Personalkosten. Um Entlassungen kommen viele Konzerne dabei nicht herum, wie die vergangen Wochen und Monate gezeigt haben. Zu weit darf sich diese Spirale jedoch auch nicht drehen, da sonst die Produktion in einigen Minen bedroht ist.

Bei Barrick Gold (NYSE: ABX) ist nicht nur ein Standort von den Kürzungen betroffen. 30 Prozent der unternehmenseigenen Mitarbeiter in Toronto müssen gehen, ebenso werden in den US-Bundesstaaten Utah und Nevada weitere 100 Personen entlassen. Hier war zuvor schon 55 Bergleuten gekündigt worden. Mehr als 50 Bergleute auf der Kanowna Mine in Westaustralien sowie 35 Mitarbeiter, die im Greenfields Exploration Büro eingesetzt waren, verlieren ebenfalls den Job.

Nicht nur Barrick Gold reduziert die Overheadkosten durch Personalabbau. Newmont Mining (NYSE: NEM) hat ebenfalls kürzlich angekündigt, ein Drittel der Arbeitskräfte in Colorado und Australien entlassen zu wollen. So schließt Newcrest Mining sein Büro im australischen Brisbane, um die Gesamtausgaben zu reduzieren. 150 Personen sind davon betroffen.

Cliffs Natural Resources (NYSE: CLF) wird ebenso die Kosten senken müssen und dies wird auch hier durch die Entlassung von Bergleuten geschehen. 350 Mitarbeiter werden bei einem Eisenerzprojekt entlassen. Vedanta Resources hat die Entlassung von mehr als 2.000 Bergleuten auf der sambischen Konkola Kupfermine angekündigt. Allerdings spielen hier nicht nur Kostengründe eine Rolle. Die Unternehmensführung entschloss sich zu diesem Schritt, nachdem die Regierung des afrikanischen Landes damit drohte, die Mine zu beschlagnahmen.

All dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Unternehmen, die die Minengesellschaften beliefern. So hat eines der größten Unternehmen aus diesem Bereich, Caterpillar (NYSE: CAT), ebenfalls Entlassungen angekündigt. 260 Mitarbeiter von Caterpillar werden ihre Arbeitsplätze verlieren.

Bei den Programmen zur Kostensenkung werden nicht nur Mitarbeiter entlassen, es gibt auch große Abstriche bei Investitionen. Zudem werden weniger rentable und nicht wirtschaftliche Projekte verkauft. Selbst wenn die Entlassungen von Arbeitnehmern im Moment den größeren Teil des Kostensenkungsprogramms einnehmen, so werden die anderen Initiativen bald ebenso mächtig Fahrt aufnehmen.

Die Analysten von PricewaterhouseCoopers rechnen damit, dass die 40 Top Rohstoffunternehmen ihre Ausgaben 2013 um 21 Prozent auf 110 Milliarden Dollar reduzieren werden. Barrick hat bereits angekündigt, sein Investitionsbudget um mehr als 10 Prozent zu verringern.

Steigende Kosten und fallende Rohstoffpreise haben zu einem Blutbad bei den Minenaktien selbst geführt. Barrick ist um 60 Prozent von seinem 52-Wochen-Hoch eingebrochen, Newmont hat sich nahezu halbiert und Rio Tinto hat rund ein Drittel verloren. Doch trotz dieser Dumpingpreise sind die Aussichten so trostlos, dass noch nicht einmal die Führungskräfte sich selbst in irgendeinem „Dealmaking“ engagieren wollen. Ernst & Young berichtet, dass die M & A-Aktivitäten im Bergbau im ersten Quartal um 45 Prozent gesunken sind und dass sich das Transaktionsvolumen um 35 Prozent verringert hat.

Der Bergbau ist ein zyklisches Geschäft und die Bergleute werden irgendwann wieder ihre Arbeitsstellen zurückbekommen, genau so wie die Investoren zurückkehren werden. Die Korrektur ist noch nicht vorbei und es gibt voraussichtlich noch neue Tiefstände, die getestet werden, auch wenn dies derzeit niemand wahrhaben will.

Die Frage die sich daraus stellt: Ist nun die Zeit gekommen, um zu investieren, so wie in 2008? Eine Handvoll positiv eingestellter Personen hat die Einstellung, dass, so wie der Markt in 2008 und 2009 um 50 Prozent abtauchte, sich jetzt bald ein guter Einstiegszeitpunkt ergeben könnte. Diese Gruppe lag nie um mehr als 5 Prozent im Minus und sie hat seit dieser Zeit jährlich einen Gewinn von 11 Prozent eingefahren. Sollte die Gruppe auch diesmal Recht behalten?