Batteriespeicher boomen: Lithiumproduzenten sehen Trendwende
Das aussichtsreiche Bohrergebnis von Q2 Metals CA74739G1072 A3D4CR beim Cisco Lithiumprojekt in der James Bucht der kanadischen Provinz Quebec gehörte zu den Jahreshighlights der gesamten Branche in 2025 – und kam am Aktienmarkt entsprechend gut an. Rund 50 % hat der Kurs des mit derzeit rund 230 Mio. EUR bewerteten Lithiumexplorers seit der Bekanntgabe zugelegt.
Q2 Metals bohrte bei Cisco eines der Lithium-Highlights 2025
Rückblick: Bohrloch CS25-044 hatte zwei separate Intervalle, darunter 457,4 Meter bei 1,65 % Li₂O und 36,9 m bei 1,65 % Li₂O, zutage gefördert, und war damit das breiteste zusammenhängende Spodumen-Pegmatit-Intervall, das von Q2 bisher erbohrt wurde. Dennoch ist das Bohrloch kein Ausreißer, wie ein Blick auf andere Bohrdaten aus dem Programm belegt. Die Bohrung CS25-040 etwa zeigte 12 separate Intervalle, darunter 95,1 Meter bei 1,56 % Li₂O, 81,9 m bei 1,56 % Li₂O und 66,5 m bei 1,26 % Li₂O.
Alicia Milne, Vorstand von Q2 Metals, sieht Cisco damit als "weltweit bedeutende Lithiumlagerstätte im Hartgestein" bestätigt. Für das erste Quartal 2026 ist eine Mineralressourcenschätzung geplant. An diese sollen sich Arbeiten für eine PEA anschließen.
Doch es sind nicht nur die Bohrerfolge, die den Aktienkurs von Q2 Metals beflügeln. Der Lithiumsektor insgesamt bewegt sich wieder in Richtung der Sonnenseite des Aktienmarktes, nachdem ein jahrelanger Preisverfall bei dem Batteriemetall die Bewertungen lange gedrückt hatte.
Analysten zunehmend bullisch für Lithiumproduzenten
Der Aktienkurs des US-Unternehmens Albemarle US0126531013 890167, das zu den größten Produzenten von Lithium weltweit zählt, hat in den letzten sechs Monaten um 122 % zugelegt. Jefferies erhöhte Anfang Januar das Kursziel von 152 USD auf 167 USD. Die Analysten sehen eine steigende Nachfrage nach dem Batteriemetall, etwa durch Robotik und Drohnen. So wird pro 1 Mrd. Drohnen die Lithiumnachfrage um 55 % gegenüber dem gegenwärtigen Niveau steigen.
Kurz vor Weihnachten hatte RBC Capital das Kursziel für Albemarle von 120 USD auf 159 USD angehoben. Die Analysten verwiesen hier insbesondere auf starkes Nachfragewachstum durch Energiespeichersysteme (ESS). Dadurch könnten sich Angebot und Nachfrage auf dem weiterhin überversorgten Lithiummarkt weltweit schneller ausgleichen als von vielen Anlegern erwartet.
Auch andere Investmentbanken, darunter UBS und Morgan Stanley, stuften Albemarle hoch. In den Berichten findet sich immer wieder derselbe Hinweis auf Energiespeichersysteme. Die Bedeutung dieses Segments wird durch eine umfangreiche Analyse von BMO Capital bestätigt: "Lassen Sie sich nicht von der düsteren Solar-Story täuschen", heißt es dort einleitend.
Solarboom schwächt sich ab – aber Energiespeicher boomen
Worum geht es? Analysten – unter anderem von BloombergNEF – gehen davon aus, dass der Zubau an neuer Solarkapazität sich im kommenden Jahr global gesehen erstmals seit dem Jahr 2000 verlangsamen wird. Ursächlich dafür ist unter anderem eine Marktsättigung nach mehreren Boomjahren.
Die Analysten von BMO Capital Markets gehen, wie die meisten Beobachter jedoch nicht davon aus, dass dadurch die für den Lithiummarkt relevante Nachfrage nach Energiespeichersystemen (ESS) nachlässt. "Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Solar- und ESS-Anlagen in direktem Zusammenhang stehen. Wir argumentieren, dass Solarenergie ein Frühindikator für den Einsatz von ESS ist, was darauf hindeutet, dass ESS weiterhin vom exponentiellen Anstieg der Solarenergie in den letzten Jahren profitieren wird. Daher heben wir unsere Annahmen für die ESS-bezogene Lithiumnachfrage an", heißt es in dem Bericht.
Der Grund liegt auf der Hand: ESS – Regionen mit hoher Solarstromnutzung schaffen die Voraussetzungen für den Einsatz von ESS aufgrund einer höheren Häufigkeit negativer Preise. Je öfter die Strompreise aufgrund hoher Solarproduktion niedrig oder sogar negativ sind, desto wirtschaftlicher erscheint der Einsatz von Speichern.
"Lithiumnachfrage könnte Prognose bei Weitem übertreffen"
BMO geht nun von einer Lithiumnachfrage durch ESS in Höhe von 504 kt im Jahr 2030 aus, gegenüber zuvor 462 kt (dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 18-19 % gegenüber dem Niveau von 2024). "Wir rechnen weiterhin mit Überschüssen bei Lithium im Jahr 2026, aber wenn sich optimistischere Prognosen für ESS bewahrheiten, könnte die Lithiumnachfrage unsere Prognose von ca. 1,6 Mio. Tonnen für 2026 bei weitem übertreffen", ergänzen die Analysten im Hinblick auf andere Nachfragetreiber wie Elektroautos.
Die absehbare Konsequenz: Mehr Absatz zu höheren Preisen für Lithiumproduzenten wie Albemarle – und wachsendes Anlegerinteresse an erfolgreichen Explorationsprojekten wie Cisco von Q2 Metals mit erheblichem weiteren Wachstumspotenzial.
Neil McCallum, Vizepräsident Exploration bei Q2 Metals, wies bei der Bekanntgabe der Bohrergebnisse im Dezember auf signifikante Abschnitte außerhalb der zuvor definierten Grenzen der mineralisierten Zone hin, die durch das Explorationsziel festgelegt wurden Das Explorationsziel aus Juli 2025 basierte auf 40 Bohrlöchern mit gut 16.000 Metern und taxierte das Vorkommen auf 215-239 Mt bei Lithiumgehalten von 1,0-1,38 %.
Das in Kanada in Bezug auf Jurisdiktion, Infrastruktur und Geologie günstig gelegene Projekt könnte rasch an Bedeutung gewinnen, wenn der Lithiummarkt in ein Defizit dreht und Fahrzeug- und Batteriehersteller sowie weitere OEMs wie bereits während der letzten Hausse auf Jagd nach Offtake-Agreements gehen. Jeder Impuls für den Lithiummarkt ist deshalb tendenziell positiv für die weiteren Erfolgsaussichten von Q2 Metals und Cisco.