Aufbruchstimmung: Kanadas Atlantikseite erlebt Bergbauboom
Der Edelmetallexplorer Gold Hunter Resources CA3806011043 A2QPAL steht vor seinem ersten Bohrprogramm auf dem Projekt Great Northern in Neufundland. Ein externer Dienstleister wurde bereits beauftragt, 10.000 Bohrmeter stehen auf dem Plan. Zuvor war im April eine KI-gestützte Analyse abgeschlossen worden, die 40 Goldexplorationsziele identifiziert hatte – die letzte einer ganzen Reihe von in der Mineralienexploration üblichen Vorbereitungsmaßnahmen.
Gold Hunter Resources vor erstem Bohrprogramm in Neufundland
"In der Anfangsphase zählt jede Bohrung", sagt Gold Hunter CEO Sean Kingsley. Durch Integration von Geologie, Struktur, Geochemie, Geophysik, historischen Bohrungen und moderner Datenanalyse werden die KI-generierten Ziele zusammen mit anderen Messergebnissen und der Strukturinterpretation geprüft. Auf dieser Basis können Bohrziele mit der höchsten Trefferwahrscheinlichkeit identifiziert werden.
Gold Hunter ist nicht der einzige Metallexplorer, der in diesen Tagen in Neufundland mit Bohrungen startet. Kanadas Atlantikseite erlebt eine regelrechte Minenrenaissance. Die Entwicklung geschieht nicht zufällig: Der Bedarf an Rohstoffen aus sicheren Lieferketten wächst, die Preise sind hoch – und die Politik stützt den Bergbau tatkräftig.
Die Regierung von New Brunswick kündigte im Oktober 2025 eine neue Strategie an, die darauf abzielt, die Provinz als führenden Akteur in den kanadischen und globalen Metalllieferketten zu positionieren. Geschaffen werden soll ein "investorenfreundlicher Rahmen", der "das volle Mineralienpotenzial" der Provinz erschließt.
Der Bergbausektor von New Brunswick wurde historisch gesehen vom Bathurst Mining Camp geprägt, in dem sich 45 bekannte, vulkanogene Massivsulfidlagerstätten befinden, von denen 12 zwischen 1957 und 2022 mehr als 180 Millionen Tonnen Erz produzierten. "Aufbauend auf diesem Erbe deuten jüngste Explorationsaktivitäten darauf hin, dass das Mineralpotenzial von New Brunswick noch weitgehend unerforscht ist und sich stark an den sich abzeichnenden globalen Prioritäten orientiert", heißt es seitens der Provinzregierung.
Auch in Neufundland und Labrador ist die Aufbruchstimmung mit den Händen zu greifen. Dort macht der Bergbau mittlerweile 9 % des BIP aus und steht damit an zweiter Stelle nach der Erdölförderung. Die Ausgaben für die Exploration haben im letzten Jahr Schätzungen zufolge 258 Mio. USD erreicht und damit das vierte Mal in Folge die Marke von 230 Mio. USD überschritten.
"Wir sind ein Explorationsgebiet mit unerschlossenem Potenzial; es ist noch weitgehend unerforscht", sagte Amanda McCallum, Geschäftsführerin des Branchenverbands Mining Industry Newfoundland & Labrador. "Diese Gebiete bieten enormes Wachstumspotenzial. Auf der Burin-Halbinsel beispielsweise findet man polymetallische Lagerstätten, nicht nur epithermales Gold und Porphyrkupfer – neben Gold werden auch Tellur, Kupfer und andere Metalle entdeckt."
Mit der kürzlich eröffneten Valentine-Mine (heute im Besitz von Equinox Gold CA29446Y5020 A2PQPG ging das erste Greenfield-Projekt in Atlantik-Kanada seit mehr als 15 Jahren an den Start. Unter den prominentesten Großexplorationsprojekten der Provinz ist das Queensway-Projekt von New Found Gold (ISIN: CA64440N1033, WKM: A2QBFY), das auf dem mehr als 110 Kilometer langen Gebiet seit 2020 nach Gold bohrt. Die initiale MRE taxiert das Vorkommen auf 2 Mio. Unzen, eine im Juli 2025 erstellte PEA sieht AISC von 1.256 USD pro Feinunze.
Neufundland und Labrador bietet gute Rahmenbedingungen
Neufundland und Labrador zählt derzeit zehn produzierende Minen, drei Verarbeitungsanlagen und vier in Entwicklung befindliche Betriebe.
Es gebe "Projekte in jeder Entwicklungsphase", sagt McCallum und verweist auf Greenfield-Entdeckungen wie Valentine bis hin zu Brownfield-Erweiterungen wie Green Bay von FireFly Metals AU0000313769 A3DMXU im Nordosten Neufundlands. "Die Provinz hat außerdem Land wie Glover Island freigegeben, um eine lückenlose Pipeline an Bergbauprojekten aufrechtzuerhalten."
Die Rahmenbedingungen in der Provinz gelten als gut. Brandon Gaspar, Forschungsleiter für Nordamerika bei dem Investmentunternehmen SCP Resource Finance, sagte, die Stärke des Bergbaus in Neufundland und Labrador liege im "Gesamtpaket: Solide Infrastruktur, Tiefseehäfen, Eisenbahn, qualifizierte Arbeitskräfte, billige, saubere Wasserkraft und ein berechenbares Genehmigungsverfahren".
Dies bestätigte auch die letzte Studie des Fraser-Instituts. Neufundland und Labrador rutschte global gesehen zwar aus den Top10 auf Platz 14 ab, konnte seine Position als bestbewerteter Standort für Bergbauinvestitionen in Atlantik-Kanada aber behaupten und bleibt die drittbeste kanadische Region nach Saskatchewan und Ontario. Zum Vergleich: Die ebenfalls aufstrebenden Provinzen New Brunswick (Platz 37) und Nova Scotia (Platz 54) belegten in diesem Jahr die letzten Plätze im Provinzranking.
Gold Hunter Resources will dem mehr als 26.000 Hektar großen Great Northern Projekt mit den anstehenden Bohrungen zum Durchbruch verhelfen. Dem Aktienkurs dürften starke Ergebnisse auf die Sprünge helfen: Die aktuelle Bewertung von rund 8 Mio. EUR spiegelt das Potenzial des Projekts ebenso wenig wider wie die Aufbruchstimmung im Bergbau Atlantik-Kanadas.