Rick Rule skizziert Ausblick für Minenaktien

Rick Rule skizziert Ausblick für Minenaktien picture alliance / Yevgeny Yepanchintsev/TASS/dpa

Beim diesjährigen Rule Symposium on Natural Resource Investing in Boca Raton, Florida, zeichnete der Rohstoff-Investor Rick Rule ein zweigeteiltes Bild für die kommenden Monate. Vor hunderten Anlegern erklärte er, dass die nächsten zwei bis drei Monate für Metall- und Rohstoffaktien vergleichsweise schwach ausfallen dürften. Gleichzeitig geht er von einem strukturellen Aufwärtstrend aus, der sich über eine Dekade erstrecken könnte und durch eine seit 13 Jahren anhaltende Unterinvestition in neue Rohstoffkapazitäten getragen werde.

Nach Einschätzung Rules stehe der Sektor damit vor der eigentlichen Bewährungsprobe eines Bullenmarkts: Wer Kursrückgänge bei qualitativ hochwertigen Juniorminen aushalte, dürfte langfristig profitieren, während knappe Vermögenswerte, dünne Projektpipelines und steigende Rohstoffpreise zunehmend Kapital in den Sektor lenkten. Gerade Phasen mit fallenden Kursen böten dabei attraktive Einstiegspunkte, da viele Marktteilnehmer sich in Verkaufsphasen eher zurückzögen, als sie zu nutzen.

Staatsverschuldung und Rohstoffknappheit als Fundament der These

Seine Einschätzung zu Gold begründete Rule maßgeblich mit der Verschuldungssituation der USA. Er bezifferte die öffentliche Schuldenlast auf rund 40 Billionen US-Dollar, umgerechnet etwa 56,7 Billionen kanadische Dollar. Rechne man zukünftige Verpflichtungen wie Medicare, Medicaid sowie Militär- und Staatspensionen hinzu, liege die tatsächliche Belastung bei schätzungsweise 60 Billionen US-Dollar. Nach Rules Auffassung schwäche diese wachsende Schuldenlast das Vertrauen in papierbasierte Vermögenswerte und stärke gleichzeitig die Rolle von Gold als Wertspeicher. Eine Panik am Markt sei dafür nicht notwendig – entscheidend sei vielmehr, ob Anleger grundsätzlich daran zweifelten, dass Bargeld und Anleihen ihren Wert über die Zeit erhielten.

Eine ähnliche Logik wende er auf Industriemetalle an: Die weltweite Nachfrage wachse kontinuierlich, während Minenbetreiber und Energieunternehmen über Jahre zu wenig in neue Förderkapazitäten investiert hätten. Sollte es nicht zu einer globalen, synchronen Rezession kommen, dürfte eine Rationierung von Rohstoffen über den Preismechanismus die Folge sein, argumentierte Rule.

Konsolidierungsdruck könnte Übernahmen in der Branche befeuern

Für die kommenden zwei bis drei Jahre erwartet Rule zudem eine verstärkte Konsolidierungswelle im Bergbausektor. Große Produzenten verfügten über solidere Bilanzen, liquidere Handelsvolumina und stärkere Unterstützung durch Indexfonds, hätten jedoch in den vergangenen Jahren zu wenig in eigene Explorationsprojekte investiert. Kleinere Produzenten, Entwicklungsunternehmen und Explorer säßen dagegen häufig auf Lagerstätten, die bestehende Minenlaufzeiten verlängern, Verarbeitungskapazitäten auslasten oder Kosten senken könnten, sofern sie in bestehende Betriebe integriert würden.

Diese strukturelle Lücke setze große Produzenten zunehmend unter Druck, während Aktionäre gleichzeitig höhere Kapitalrückflüsse forderten. Diese Kombination mache Übernahmen aus Sicht vieler Konzerne zum schnelleren Weg zu Wachstum, insbesondere wenn sich Projekte kleinerer Unternehmen in unmittelbarer Nähe zu bestehenden Minen, Mühlen oder Verarbeitungsanlagen befänden. Anlegern empfahl Rule, gezielt nach Unternehmen zu suchen, deren Vermögenswerte für potenzielle Käufer aus betriebswirtschaftlicher Sicht attraktiv seien, etwa weil sie Minenpläne verbessern, zusätzliches Fördermaterial liefern oder die Stückkosten eines stärkeren Betreibers senken könnten.

Mit unserem kostenlosen Newsletter bleiben Sie stets zu interessanten Rohstoffthemen und Minenfirmen auf dem neuesten Stand. Verpassen Sie keine Marktkommentare und Hintergrundberichte zu spannenden Metallen mehr.

Mit dem Absenden bestätigen Sie, dass Sie unseren Disclaimer / AGB, unsere Datenschutzerklärung und Informationsvertragsbedingungen gelesen haben und akzeptieren.
Sie haben es fast geschafft!

Öffnen Sie Ihr Email Programm (eventuell den Spam Ordner prüfen) und klicken Sie in der Email mit dem Betreff: "Miningscout: Bitte Anmeldung bestätigen" auf den Bestätigungslink.

Fügen Sie info@miningscout.de als Kontakt in Ihrem Email-Programm hinzu, damit unser Newsletter nicht aus Versehen als Spam markiert wird.

Geduld als entscheidender Erfolgsfaktor bei Investments

Einen deutlichen Teil seiner Ausführungen widmete Rule dem Verhalten von Rohstoffanlegern selbst. Nach eigenen Angaben habe er über 35 Jahre hinweg fast 100.000 Portfolios ausgewertet und dabei wiederkehrende Fehler beobachtet: eine zu breite Streuung über zu viele Einzeltitel, unzureichende Recherche sowie mangelnde Geduld, die im Widerspruch zu einer eigentlich langfristig ausgerichteten Anlagestrategie stehe. Viele Anleger würden angeben, Juniorminen mit einem Anlagehorizont von fünf Jahren zu halten, seien in der Praxis jedoch kaum in der Lage, eine Position über ein verlängertes Wochenende zu halten.

Eine interne Auswertung eigener Investments habe laut "The Northern Miner" gezeigt, dass die durchschnittliche Kursvervielfachung um das Zehnfache mehr als fünf Jahre in Anspruch genommen habe und dabei zwischenzeitliche Kursrückgänge von rund 50 Prozent einschloss. Anlegern, die eine Sektorbeteiligung mit geringerem Aufwand suchten, riet Rule zu Royalty-Unternehmen, Streaming-Gesellschaften oder etablierten Produzenten. Wer hingegen von der Wertentwicklung kleinerer Entwicklungs- und Explorationsunternehmen profitieren wolle, müsse regelmäßig regulatorische Unterlagen prüfen, Ressourcenberichte auswerten und den direkten Austausch mit dem Management suchen, um ein eigenständiges Werturteil zu entwickeln.

Wer Rückschläge bei fundamental soliden Unternehmen als Kaufgelegenheit begreift, dürfte in den kommenden Jahren von einer anhaltenden Rohstoffknappheit sowie einer möglichen Übernahmewelle im Sektor überdurchschnittlich profitieren.