Regis steigt durch Vault-Fusion zum drittgrößten Goldproduzenten der ASX auf
Der australische Goldproduzent Regis Resources AU000000RRL8 A0B8RA will das australische Bergbauunternehmen Vault Minerals AU0000355588 A40R9Y in einem reinen Aktientausch übernehmen. Für jede Vault-Aktie sind 0,6947 Regis-Aktien vorgesehen. Daraus ergibt sich ein gemeinsamer Börsenwert von rund 10,7 Mrd. AUD beziehungsweise 7,7 Mrd. USD. Nach Abschluss der Transaktion sollen die bisherigen Regis-Aktionäre etwa 51 % und die Vault-Investoren rund 49 % am neuen Konzern halten.
Die Gesellschaft soll weiter unter dem Namen Regis firmieren, ihren Hauptsitz in Perth haben und an der ASX notiert bleiben. Nach Angaben der Unternehmen belaufe sich das jährliche Produktionspotenzial auf mehr als 700.000 Unzen Gold aus einem breiten Portfolio in Australien und Kanada. Das würde den Konzern zum drittgrößten reinen Goldproduzenten unter den an der ASX gelisteten Unternehmen machen.
Der Zusammenschluss erreicht für Regis eine neue Dimension
Beide Aufsichtsgremien empfehlen den Deal einstimmig. Regis-Chef Jim Beyer nennt die Fusion einen Schritt, der dem Unternehmen "globale Relevanz" verschaffen solle. In Aussicht gestellt werden eine schuldenfreie Bilanz sowie rund 1,9 Mrd. AUD an liquiden Mitteln und Goldbeständen. Dazu kommen laut Unternehmen mehr als 500 Mio. AUD an erwarteten Steuervorteilen.
An der Börse fiel die erste Reaktion gemischt aus. Regis verlor am Dienstag in Sydney rund 5,9 % auf 6,75 AUD, während Vault um 3,1 % auf 4,64 AUD zulegte. Das passt zu vielen Übernahmen im Rohstoffsektor: Der Käufer wird zunächst kritischer gesehen, während beim Zielunternehmen die Übernahmeprämie im Vordergrund steht.
Die Produktionsbasis gewinnt an Tiefe
Operativ bringt Regis vor allem den Duketon-Komplex in Westaustralien und den 30-Prozent-Anteil am Tropicana-Joint-Venture ein. Vault steuert mit Leonora einen zentralen Produktionsstandort sowie die Betriebe Mount Monger und Deflector bei. Hinzu kommt das Sugar-Zone-Projekt in Ontario, das nach Unternehmensangaben bis zum Geschäftsjahr 2028 wieder anlaufen soll, sofern die Genehmigung für eine neue Abraum-Deponie erteilt wird.
Auf Pro-forma-Basis käme der neue Konzern auf 6,0 Mio. Unzen Erzreserven und 20,5 Mio. Unzen Mineralressourcen. Dies ist weit mehr als eine rein statistische Größe. Für Goldförderer entscheidet genau diese Reservebasis darüber, wie nachhaltig Produktion, Investitionen und Finanzierung über Jahre hinweg gesichert sind. Zusätzlich stützt eine Verarbeitungskapazität von mehr als 22 Mio. Tonnen pro Jahr die industrielle Basis des Deals.
Synergien und Genehmigungsverfahren rücken in den Fokus
Neben den laufenden Minen rückt mit McPhillamys in New South Wales ein großes Entwicklungsprojekt in den Vordergrund. Dort liegen nach Unternehmensangaben 78 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 1,1 Gramm Gold je Tonne und damit 2,66 Mio. Unzen in den Ressourcen. Das Projekt könnte zu einem weiteren Produktionszentrum werden, steht aber wie viele Großvorhaben unter dem Vorbehalt politischer und regulatorischer Entscheidungen.
Der Zusammenschluss folgt dem Muster einer Branche, in der mittelgroße Produzenten über Größe, Bilanzstärke und bessere Kapitalmarktzugänge nachdenken. Ob daraus am Ende ein deutlich stärkerer Goldkonzern entsteht, hängt allerdings weniger von der Transaktionslogik ab als von der Umsetzung, den Genehmigungen und dem Tempo bei den Entwicklungsprojekten.

